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Zur Kritik an Apps4DE von Lorenz Matzat

Pungenday, 31st The Aftermath, 3177.

Lorenz hat vor ein paar Tagen drüben beim Freitag eine sehr fundamentale Kritik am Wettbewerb Apps4Deutschland geäussert, auf die ich gerne eingehen würde.

Lorenz’ Kritik ist aus meiner Sicht an einigen Stellen sehr treffend. So mahnt er eine langfristige Förderstrategie an, die tatsächlich mehr als überfällig ist. Und auch dem Punkt, dass es bei dem Wettbewerb nicht auf Nachhaltigkeit der Projekte wert gelegt wird, kann ich auch nur voll und ganz zustimmen. Was Lorenz nicht erwähnt, hat denn auch eher damit zu tun, dass er die Realität der deutschen Verwaltung etwas aus dem Blick verliert und das Ziel, dort für Veränderung zu sorgen.

Wer sich in dem Umfeld umtut und viel mit Verwaltung auf allen Ebenen zu tun hat, stellt schnell fest, dass die Mehrheit der Akteure durchaus bemüht ist. Nun ist aber die Aufgabe der Verwaltung … das Verwalten. Das heisst, sie hat in erster Linie Aufgaben im Rahmen des Gemeinwohls zu erfüllen und darf nicht selbst politisch tätig werden. Ein nachgeordneter Mitarbeiter wird einen Teufel tun, sich über Anweisungen und aktuelle Rechtsvorschriften hinweg zu setzen, auch wenn er vielleicht prinzipiell keine Probleme hätte, offene Daten aus seinem Bereich bereit zu stellen. Und selbst wenn es die Bereitschaft einzelner Führungsebenen gibt, sich des Themas ernsthaft anzunehmen, so muss an vielen Stellen ein Kulturwandel stattfinden, der sich leider nur schwer von oben verordnen lässt.

Auf der anderen Seiten haben wir es in Deutschland mit einer Verwaltungslandschaft zu tun, deren schnöde Zahlen einem einen gewissen Respekt abnötigt. Und anders als in den USA hat der Organisationsgrad deutscher Verwaltungen eine vollkommen andere Dimensionen. So gibt es ca. 11.000 Gemeinden, dazu unzählige Ministerien und andere Behörden auf Bundes- und Landesebene, mit IT-Landschaften, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Dazu gibt es Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die alles andere als harmonisch zueinander sind. Will man hier ansetzen will, geht es um die sprichwörtlichen dicken Bretter. Open Data verlangt andere Prozesse und Vorschriften als jetzt existieren. Damit ist der Ball also tatsächlich im Feld des BMI und der Innenministerien der Länder.

In einer idealen Welt würde man wohl erwarten, dass dann dort ein Plan gemacht wird, wie Open Data genau zu funktionieren hat. Es gäbe Standards, die im besten Falle mindestens auf EU-Ebene abgesprochen wären und eine Ausstattung der Handelnden, die die Umsetzung ermöglicht. Wir leben aber in keiner idealen Welt. Es ist also nötig, trotz der Probleme gangbare Wege zu beschreiten. Doch wie können diese Weg aussehen?

Als die Bundesregierung auf dem IT-Gipfel in Dresden einen Weg in eine Open Data-Strategie vorstellte, waren viele Leute skeptisch - und zwar vollkommen zurecht. Es wurde eine Person bestellt, die mit einem Mitarbeiter das Thema zwei Jahre lang bearbeiten soll und am Ende einen Weg aufzeigen, wie das alles funktionieren kann. Mittlerweile ist dort mehr Realismus eingekehrt, und am Ende wird wohl vor allem erst einmal ein Datenkatalog stehen. Echte Strategien sehen anders aus, auch wenn ich persönlich froh bin, dass es diesen Realismus mittlerweile gibt. Grund dafür ist vermutlich nicht zuletzt, dass es eine Menge von Problemen gibt, die sich nicht sofort erschliessen, vor allem nicht, wenn man kein ITler ist und sich mit dem Thema nur am Rande beschäftigt hat. Es hilft aber nichts, darüber zu sinieren und zu warten, bis es die Lösung(TM) gibt, sondern es müssen wohl etwas kleinere Brötchen gebacken werden.

App-Wettbewerbe sind ein Beispiel für diese kleineren Brötchen. Nach dem, was ich konkret aus der einen oder anderen Verwaltung mitbekommen habe, ist das eine der Möglichkeiten, intern das Thema zu adressieren, verwaltungsinterne Prozesse entsprechend anzupassen und überhaupt mal zu gucken, welche Daten sich ohne übermäßigen Aufwand bereitstellen (heissst: bezogen auf Änderung von Prozessen und Vorschriften) und langfristig aktualisieren lassen. Auch wenn dies vielen Open Data-Aktivisten nicht weit genug geht, ist das ein Schritt, der ohnehin nötig ist. Wenn in dem Kontext ein Wettbewerb helfen kann, finde ich das eher gut als schlecht, aber das entbindet die Innenministerien natürlich trotzdem nicht von ihrer Pflicht für eine langfristige Strategie. Aber wer sich mit komplexen IT-Projekten beschäftigt, der wird sich leicht vorstellen können, dass eine reelle Chance besteht, in wirklich großem Maßstab zu verpeilen und sich von Lobbyisten aus der Verwaltungssoftware-Industrie das Blaue vom Himmel versprechen zu lassen.

Bleiben noch die Initiativen, die sich auf kommunaler und Landesebene ganz losgelöst mit Open Data beschäftigen. In vielen mir bekannten Fällen wird einfach mal ausprobiert, was geht und wo es Grenzen und rechtliche Graubereiche gibt, teilweise mit sehenswerten Ergebnissen. So und nicht anders müssen letztendlich die Erfahrungen gemacht werden, die nötig sind, und zwar von allen Seiten - sei es in der Verwaltung, der Politik, den Aktivisten aber auch z.B. den Journalisten. Und hier muss auch die Möglichkeit geschaffen werden, dass Fehler gemacht werden können, ohne dass es gleich finanziellen Druck gibt und die Dinge einfach funktionieren *müssen*. Ausserdem muss ein gewisser Bedarf konkret aus der Community kommen, also Leuten, die am Ende Code bereitstellen und nicht nur darüber reden. So richtig weit voran bringen können das Thema vor allem Crowdsourcing-Projekte, die im allerbesten Fall dafür sorgen, dass die Verwaltung auch einen Nutzen sieht und somit der nötige Kulturwechsel beschleunigt wird. Und hier setzt aus meiner Sicht die Forderung nach Förderung am Stärksten an: Ich sähe es gerne, wenn z.B. schon in Schulen darüber diskutiert wird - sei es durch Darstellung von Umweltmeßdaten auf Maps oder anderen Anwendungen, die Schülern zeigen, was es für Möglichkeiten gibt, selbst Hand an Daten und Visualisierung zu legen (was ich übrigens auch als ein mögliches, schönes Projekt für “Chaos macht Schule” sehe).

Meine Befürchtung ist aber, dass Verwaltungen sich wieder Software andrehen lassen, die genau nur den Teil der Aufgaben erfüllt für die sie angeschafft wird und dann für weitere Anforderungen immer weitere Gelder fliessen müssen. Wenn also mit halbgewalkten und nur wenig weit gedachten Konzepten jetzt angefangen wird, Open Data-Prinzipien auf breiter Ebene zu beachten und entsprechend in Software zu giessen, so wird es früher oder später zu großen Problemen führen - spätestens genau dann, wenn die nächste Verwaltungsreform zur Modernisierung ansteht oder sich gesetzliche Vorgaben endlich mal festigen sollten. Es ist also nicht zuletzt im Hinblick auf die Haushalte der Kommunen angeraten, hier etwas vorsichtiger zu sein und sich imbesten Falle Projekte zu suchen, für die es in der Öffentlichkeit Partner gibt.

Ich möchte noch mal deutlich machen, dass ich den Wettbewerb in dem Kontext gut und richtig finde. Ich stelle fest, dass viel mehr passiert, als ich vorher erwartet habe und schon einige sehr interessante Daten und Projekte sehe, die für einiges Erstaunen und auch Schmunzeln sorgen könnten - und das mit einem Finanzrahmen, der niemandem wehtut.

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7 Comments »

  1. Jetzt bin ich enttäuscht:

    Die Nähe zu Verwaltungen, die ich grundsätzlich begrüsse, sollte nicht dazuführen, dass jedes Klagelied, dass da gesungen wird, für bare Münze genommen wird. Das sind auch nur Menschen, die wollen teilweise ihre eigene Biographie nur (vor sich) rechtfertigen. Legitim, aber sollte keine Grundlage für stark reduzierten Aktivismus sein.

    Singuläre Bereitstellung wenig beispielhafter Datensätze bringt für die Einschätzung der Kosten eines infrastrukturellen Wandels herzlich wenig. Im Gegenteil, nimmt man diese extra für einen Wettbewerb entstehenden Kosten und extrapoliert diese ohne (unbekannte) Synergieeffekte bei einem infrastrukturellen Wandelungsprozess einzubeziehen - kommen völlig falsche überzogene Kostenspekulationen heraus.

    Wenn du dich dann noch in schöne Utopien von Schulprojekten flüchtest (die nach meinen Informationen genausowenig von IM Friedrich und anderen Bremsern gefördert werden, wie der tatkräftige Wandel zu einer offenen Verwaltung) - dann frage ich mich ernsthaft mit welchen Argumenten du Lorenz da kritisieren willst.

    Die auf dem zivilgesellschaft-ignorierenden IT-Gipfel bechlossenene Open-Data-Strategie verdient diesen Namen nicht. sie dient der Verzögerung und Verhinderung von tatsächlichem Wandel. Es wäre eine große Falle, wenn, bei allem Respekt für die ehrenamtlich eingebrachte Arbeit, Apps4Deutschland in seiner aktuellen Form als Erfolg betrachtet würde. Es ist vielleicht ein Riß in der Widerstandsfront der Reaktionären Kräfte, aber bei weitem kein Anlass zu einem Freudenfest.

    Comment by Jens Best — Pungenday, 31st The Aftermath, 3177. @ 57452

  2. Dein Kommentar zeigt mir, dass du nicht wirklich viel IT-Erfahrung im nationalen Maßstab zu tun haben scheinst, sondern eher im Klein-Klein des Social Media zuhause bist.

    Ich flüchte mich nicht in Schulprojekte, sondern habe das als ein Beispiel gewählt, weil innerhalb des CCC das ein Thema ist. Ich kritisiere auch Lorenz nicht, sondern ich mache meine Anmerkungen dazu, dass er eben nur eine Seite beleuchtet, was ich auch vollkommen valide finde.

    Ich weiss nicht ja nicht, was du so genau zu Open Data oder zu Code beiträgst, ausser eine große Klappe zu haben. Aber ich kann dir sagen, dass ich es als Chance wahrnehme, dort einige Kraft zu bündeln, die bereit ist, sich des Themas anzunehmen - nicht nur aus der Verwaltung, sondern auch aus der Community. Und das ist zumindest mir erst einmal genug. Denn so zu tun, als hätten alle genau den Plan, halte ich für sehr anmassend.

    Wir werden hier keine schnellen Lösungen sehen, solange Leute wie du einen von “Widerstandsfront der Reaktionären Kräfte” faselst, denn das zeigt ja sehr deutlich, dass du dich eben nicht mit dem Thema auseinandersetzt. Der Widerstand ist nämlich nicht nur dort, sondern noch ganz woanders zu suchen (und war und ist für mich überraschend).

    Comment by fukami — Pungenday, 31st The Aftermath, 3177. @ 58516

  3. Okay, habe mich, wie grade gesehen, etwas geirrt mit dir. Entschuldige bitte, da ist es etwas mit mir durchgegangen.

    Trotzdem: Ich sehe nicht, dass es sinnvoller ist, auf das BMI einzuhauen und gar nix zu machen und zu sinnieren, was da fehlt und wer schuld ist.

    Ich folge übrigens auch nicht dem, was mir die Verwaltung sagt, sondern dem, was ich (mit einem wie ich finde besonderen) Blick sehe - und das ist oftmals eben eher kein böser Wille.

    Ich sehe, dass sich Open Data-Prinzipien nicht nur von oben verordnen lassen sollten, sondern dass man die mitnimmt, die das wollen und die, die Bedenken haben mit der Zeit überzeugt.

    Comment by fukami — Pungenday, 31st The Aftermath, 3177. @ 69096

  4. Mir sind die gestaltungswilligen Personen z.B. im BMI durchaus bekannt.

    Dass der Wandel durch Leuchtturm-Projekte angeregt und vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung peu a peu dadurch verankert wird, ist mir sehr wohl bekannt.

    Mir ist auch bekannt, dass es hunderte engagierter Beamter, Lehrer, Bürgern etc. gibt, die schöne Projekte machen, in denen Kollaboration, Offenheit und der Umgang mit dem gemeinsamen Daten geübt und exemplarisch umgesetzt wird.

    Lorenz kritisierte ja auch die fehlende Nachhaltigkeit dieser Projekte, sogar in den USA, in denen die Euphorie für das Informationszeitalter wesentlich größer ist als im Land des deutschen Michels. Es sind Spielwiesen, aber keine strategischen Entwicklungsfelder. Die Gründe dafür liegen teilweise auch außerhalb des Politikfeldes Internet.

    Es gibt viele Verwaltungsmenschen, denen ich zugehört habe, die gerne - teilweise schon seit Jahrzehnten - eine andere Offenheit der (digitalen) Information umgesetzt hätten, aber durch Druck oder fehlende Motivation (von oben und unten) wenig angeregt waren, den Schritt zu wagen.

    Die Forderung muss aber, auch wenn wir parallel Brückenschlagen, mit einem hohen politischen Druck fortgesetzt werden. Irgendwann kehrt sich das Projektgefördere nämlich in eine Verzögerungsstrategie um.

    Open Data MUSS auf der Agenda noch viel höher angesetzt werden. Es braucht, so sehr man das als kollaborativer, hierarchieferner Mensch auch nicht mag, klare Worte UND Taten.

    IM Friedrich hat die Veranstaltung als eine reine Pflichtnummer absolviert, auch wenn es in seinem Haus Mutige gibt, die mehr wollen.
    Trotzdem ist es eine Schande im Jahr 2011 einen politische Struktur zu finden, die sich mit subtilen Methoden gegen den Wandel, gegen die Öffnung wehrt. Das ist nicht länger zu dulden, bei aller Freundlichkeit.

    Das Öffnung keine einfache Sache wird, weil es kulturell nicht in der Bevölkerung verankert ist. ist klar. Aus lobenswerten Einzelinitiativen (z.B. an Schulen) müssen Unterrichts-Vorlagen werden, muss Lehrerfortbildung und Unterrichts-Evolution werden.

    Auf den Mond zu fliegen war ein Leichtes gegen die Herausforderung die Potentiale des offenen Webs in der durch die Politik und Wirtschaft der letzten Jahrzehnte versauten RL-Welt zu installieren. Das ist ein Generationenprojekt und muss deswegen sowohl mit Kooperationen als auch mit klarer Kante gegen die Verzögerer und Verhinderer umgesetzt werden.

    PS: Ich sprach auch bei der Verwaltung nicht von “bösem Willen” sondern davon, dass es sich hier auch um Menschen handelt, die ggf. aus sehr banalen, persönlichen oder was-auch-immer-Gründen (die mich nichts angehen) keinen Drive an den Tag legen. Wenn die Mentalität des Staatdieners nicht gewandelt wird, ist dies eine der größten Hindernisse. Wer Menschen nicht befähigt, sondern ihr Potential reglementiert, hat im 21. Jahrhundert nichts mehr verloren.

    Comment by Jens Best — Prickle-Prickle, 32nd The Aftermath, 3177. @ 2230

  5. Selbst wenn ich deinen und Lorenz’ Analyse komplett folgen würde: Ja, und? Was folgt denn daraus? Ich sehe keinerlei Handlungsstrategie in dem was du schreibt. Es ist nicht genug, darüber zu ranten, was alles nicht geht und es bringt uns keinen Millimeter weiter. Es bringt auch nichts, sich hier zu verweigern und zu sagen, wir reden erst wieder mit euch, wenn ihr nachhaltige Strategien entwickelt habt.

    Mir geht es aber in erster Linie darum, weiter zu kommen. Mein Ansatz ist bottom-up, weswegen ich vor allem erst einmal Kommunal- und Länderverwaltungen im Sinn habe. Mir ist aber eben auch klar, welche finanziellen Mittel eingesetzt werden müssten, wenn das mal auf allen Ebenen lückenlos funktionieren soll. Dort sind aus meiner Sicht auch die Datenschätze, die am interessantesten sind.

    In NRW sind z.B. von knapp 360 Kommunen nur 18 in ihren Finanzen einigermaßen gesund und nicht in der Nähe von Nothaushalten oder Haushaltssanierungskonzepten, ja zum Teil gibt es Kommunen, die nicht mal das NKF NRW ordentlich umgesetzt haben. Dazu ist, wie ich vor etwa 2 Jahren feststellen musste, die IT-Ausstattung und das Knowhow nicht unbedingt, das, was zumindest ich erwartet hätte (aber mit etwas nachdenken wiederum auch nicht so furchtbar überraschend). Hier ist bei einer weitgehenden Strategie auch eine Finanzausstattung nötig, die keine Kleinigkeit ist und die dort vor Ort alleine nicht gestemmt werden kann.

    Interessanterweise scheint aber grade in den ärmeren Kommunen der Wille sogar am Größten, an Open Data-Strategien zu arbeiten also dort, wo es politisch in großem Maße auch um Legitimation geht (z.B. zum Thema Finanzen und Stadtplanung). Und dort haben wir teilweise erstaunlich direkte Möglichkeiten, an Daten zu kommen. Soll man das jetzt nicht nutzen, nur weil das BMI nicht aus der Hüfte kommt?

    In Hamburg ist z.B. zu sehen, dass sich dort immerhin zwei Leute ausschliesslich mit dem Thema auseinandersetzen, von der eine Person auf Grund dieses Wettbewerbs abgestellt wurde und (soweit ich weiss) in den Stellenplan der Stadt auftaucht - neben dem, dass dort ohnehin auf Führungsebene eine große Bereitschaft existiert und dort Verwaltungsmitarbeiter sehr aktiv an unseren Veranstaltungen teilnehmen. Das ist zwar auch noch nicht genug, aber immerhin das, was auch ohne deutliches Bekenntnis der Politik geht. Das ist für mich ein Erfolg und macht mich hoffungsfroh. Was hier aber fehlt sind natürlich politische Entscheidungen, und diese Entscheidungen werden am Ende sehr viel Geld kosten - schlicht aus dem Grund, weil dafür Software angeschafft werden muss und andere Prozesse entwickelt. Hier entsteht mit der Initiative für ein Transparenzgesetz aber auch Druck, dort tätig zu werden (und könnte als Blueprint für andere Länder herhalten, ebenso großen Druck aufzubauen).

    Ich bin übrigens davon überzeugt, dass wir in Deutschland eher auf nachhaltige Strategien hinzulaufen als in anderen Ländern des Westens (so ist deutsche Verwaltung nun einmal, wenn sie denn den Weg einmal beginnt zu beschreiten). Dass es Zeit kosten wird, liegt aus meiner Sicht in erheblichem Maße auch an der Größe und Komplexität der Aufgabe, nicht nur und ausschliesslich an den Bremsern, die darauf keine Lust haben.

    Comment by fukami — Prickle-Prickle, 32nd The Aftermath, 3177. @ 45010

  6. Bin mir nicht sicher, ob du nicht verstehen kannst oder willst.

    Von “Verweigern” rede ich nicht. Es geht darum eine klare Linie bei der Forderung beizubehalten und sich nicht mit viel Klein-Klein weichkochen zu lassen.

    Es passiert viel, und es passiert eben auch nichts.
    Schaut man sich die Auswertungen anderer nationaler OGD-Projekte an, ist eben selbst bei einer breiten und ernsthaften Beschäftigung staatlicherseits eine Menge Arbeit zu erledigen, aus Gründen, die ich oben angeführt habe.

    Wer sich auf Seiten der Zivilgesellschaft blenden lässt durch einige nette Projekte, hat einiges im politischen Kampf nicht verstanden.

    “Mir geht es aber in erster Linie darum, weiter zu kommen.” - Interessante politische Handlungsstrategie. Hat sowas naiv Piratiges.

    Comment by Jens Best — Setting Orange, 33rd The Aftermath, 3177. @ 30809

  7. […] In meinen Augen ist die Gefahr hier sehr groß, vereinnahmt zu werden. Dass ich in diesen Sinne wenig von der Feigenblattveranstaltung Apps4Dtl. gehalten habe, habe ich dargelegt. Andere halten so etwas für legitim, weil erst einmal “kleine Brötchen” gebacken werden müssten. […]

    Pingback by Gibt es eine Open-Data-Bewegung? | Datenjournalist — Prickle-Prickle, 51st Discord, 3178. @ 34968

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