The Turkey Curse
fukamis terror chatroom

Gott und die Verfassung Deutschlands

Prickle-Prickle, 16th Discord, 3172.

In NRW steht eine Neuformulierung des Landesschulgesetzes an. Im Entwurf findet sich in §2 folgende Passage:

Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.

Artikel 4 Absatz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland liest sich wie folgt:

Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

Ich sehe hier einen krassen Widerspruch zum verfassungsmässig-garantieren Recht auf Wahl der Weltanschauung und finde es ein Unding, so eine Formulierung im Schulgesetzentwurf eines freien, demokratischen und pluralistischen Bundeslandes zu sehen (Bayern zählt für mich ohnehin nicht dazu ;-)

Was mich aber ebenso baff gemacht hat ist der Fakt, dass sogar dieses Grundgesetz mit dem folgendem Teil beginnt, den ich bisher scheinbar total überlesen habe (so kenne ich offensichtlich die Grundlagen unserer Demokratie)

Präambel
Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

Verantwortung vor Gott? Hallo? Sind wir hier in Afghanistan oder was?

Im Grundgesetz finden sich ja noch mehr solche Seltsamkeiten, wie z.B. Artikel 56, in dem der Eid des Bundespräsidenten mit dem Schwur “So wahr mir Gott helfe” endet, aber zumindest dort glücklicherweise nicht geleistet werden _muss_. Trotzdem schlimm genug, dass sich solche Passagen in unserer Verfassung finden.

Lesenswert dazu ist übrigens die Presseerklärung des Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (wusste gar nicht, dass es sowas gibt) mit dem Titel Bildungsziel: Mythos statt Wissen!.

[via FUCKUP]

Wenn das so weitergeht mit den ganzen Zitaten aus Gesetzen muss ich wohl langsam mein Blog in “fukamis law blog” umbenennen ;-)

---

Besuch aus dem Bundestag

Pungenday, 15th Discord, 3172.

mail1.bundestag.de	-- Urheberrecht+Strafmaß bei Google

Heute hat offensichtllich jemand aus dem Bundestag nach Urheberrecht+Strafmaß bei Google gesucht und ist auf meine Seite gelangt. Interessant interessant :-)

---

Webmontag im Allgemeinen und im Speziellen

Boomtime, 14th Discord, 3172.

Ein paar Anmerkungen zum letzten Webmontag in Köln muss ich noch loswerden, weil ich sowohl einige Gespräche gestern hatte, die mich nachdenklich gemacht haben, als auch die ersten Reaktionen bemerkenswert fand, die ich einfach kommentieren _muss_.

Das Venue war mit dem Halmackenreuther zwar klein, aber ausserordentlich nett, mit einem psychedelischen Touch wie ich es mag. Grundsätzlich war die Bandbreite an Themen im Kern gut, auch wenn ich vieles eher suboptimal fand. Zu den Vorträgen im Einzelnen:

Nicos Vortrag zu Mabber fand ich einfach Top: In 4 Minuten hat er alles gesagt was es im Kern zu sagen gibt. Sicherlich hätte den einen oder anderen noch interessiert was da technisch das Besondere ist, aber so was wie diese Art des Lightning Talk will man. Im Nachhinein hätte ich mir gerne noch eine längere Diskussion gewünscht, aber die Techniker unter den Anwesenden wollten wohl den Rest der Anwesenden nicht durch Technogebabbel nerven und langweilen. Und das ist dann wohl auch eins der Probleme dieses Webmontagskonzeptes: Für die Einen kann es gar nicht technisch genug sein, für die Anderen sind Businesskonzepte viel wichtiger. Das ist leider oft nicht besonders gut unter den Hut zu bringen und kann für Unmut sorgen.

Der zweite Vortrag zu Rails war zwar thematisch erstmal gut und wichtig, aber ich persönlich fand, dass es viel zu viel Buzzwording gab (”Rails on Rails is Cool! Verhindert XML-Situps! Ruby on Rails is Cool! Ruby on Rails is productive! Ruby on Rails is Cool!”). Etwas mehr über das Konzept von MVC im Allgemeinen, von Sachen wie Active Record oder URL-Mapping usw. wäre sicher spannender gewesen. Schliesslich hat er Entwickler angesprochen, oder? So war das eher kontraproduktiv und uninteressant, weil im Kern eigentlich keinerlei wirklich essentielle Info rüber kam. Das haben wir in Frankfurt von Beate schon wesentlich besser gesehen. Ich finde übrigens nicht, dass 10 Minuten zu wenig sind für einen solchen Vortrag. Was man in 5 Minuten nicht sagen kann, kann man meistens in 10 oder 15 auch nicht sagen, und in dem Fall befürchte ich, dass es auch mit 20 Minuten nicht besser gewesen wäre. Man sollte nur einfach nicht drumrumfloskeln und lieber auf den Punkt kommen.

Der Webstandards-Vortrag war viel zu lang und enthielt viel zu viel “Zeug”, der niemanden wirklich interessiert denke ich. Der Vortrag hätte gut sein können, wenn er sich auf einige wenige Kernaussagen bezogen hätte, aber das Bla von wegen wie toll M$ in dieser und jener Epoche war, was Fehler 3 beim klassischen Mac OS gewesen ist oder wie die Brauser HTML beim ersten Acidtest gerendert haben ist wohl echt egal und war aus meiner Sicht fern eines Sinnes. Webstandards sind wichtig für die konstante und kontinuierliche Entwicklung des Webs, keine Frage, aber man kann ein Thema auch total totquatschen. Ich denke, der Vortragende hätte vielleicht doch eher was zu Barrierefreiheit/Accessibility und Web2.0 machen sollen statt eine Show abzuziehen, die im Kern eigentlich nichts erreicht hat.

Nach der Pause ging es mit meinem Vortrag zu Safe RSS weiter. Wie sich einige denken können hatte ich den Vortrag für den Webmontag in Köln vor 2 Monaten vorbereitet. Da ich aber wusste, dass es viele Nicht-Techniker auf diesem Event gibt, habe ich das Ganze noch einmal umgebaut und sehr stark verkürzt, so dass zum Teil bei einigen Anwesenden die Frage aufkam, worauf ich eigentlich hinaus wollte (dazu dann noch etwas). Mein Stil war scheisse und viel zu konfus, was auch schlicht der Rücksicht auf Nichttechies geschuldet war, aber ich denke, dass die, die verstanden haben worum es ging, trotzdem ihren Spass hatten. Und nein, Safe RSS ist _kein_ Business-Konzept ;-)

Der Vortrag danach mit dem Titel Supreme Auction war der totale Witz. Mal im Ernst: Wenn es was Essentielles zu sagen gegeben hätte, dann geht das auch ohne Folien. Gab es aber nicht. Der Präsentator hat weder sich selbst noch der Firma einen sonderlichen Gefallen getan. Sowas hat auf solch einer Veranstaltung ohnehin nichts verloren.

Den letzten Vortrag habe ich nicht mitbekommen und kann dazu leider nichts sagen.

Zum Webmontag im Allgemeinen: Ich persönlich mag diese Art Veranstaltung, auch wenn mir bisher die richtigen Knaller bis auf ganz wenige Ausnahmen bisher fehlten. Die Qualität von Inhalt und Vortragsstil ist sehr durchwachsen. Da geht mehr. Wenn einer eine gute Idee hat oder ein interessantes Projekt sollte er sich ruhig die 5 Minuten trauen, denn ganz im Notfall ist nach 5 Minuten auch wieder Zick. Und mehr als das sollte es auch nicht sein, sonst artet das Ganze in Gefasel aus. Es gibt viele Themen und Projekte, über die es viel zu sagen gibt. Ich erwähne nur mal das Zend Framework, Jaws, PubSub, Ruby, AJAX/JSON, Dinge wie MVC aber auch Meshup-Projekte. Ausserdem fehlen mir etwas die verrückten, halbgaren, unfertigen und grössenwahnsinnigen Ideen. Aber das Konzept an sich ist schon sehr nett, denn im Kern mag ich das auch von uns auf dem 21/22C3 betriebene Konzept der Lightning Talks, aus ganz verschiedenen Gründen: Man kann, als Vortragender, seine Fähigkeit schulen Vorträge zu halten und lernen schnell auf den Punkt zu kommen (was z.B. praktisch ist, wenn man sein Projekt Venture-Kapitalisten schmackhaft machen will). Als Zuhörer hat man theoretisch die Chance, eine Reihe interessanter Sachen zu erfahren und direkt mit einem Vortragenden ins Gespräch zu kommen, auch wenn es leider viel zu viele Leute schaffen, trotz der kurzen Zeit zu langweilen, was aber wiederum auch egal ist, denn 5 Minuten sind ziemlich genau eine Zigarettenlänge. So ist also alles in Köln okay gewesen. Ich denke jedenfalls, solche Veranstaltungen haben grosses Potenzial.

Zu meinem Vortrag noch einmal eine etwas längere Bemerkung: Der Basecamp-Exploit ist sehr ärgerlich wenn man Basecamp wirklich benutzt, auch wenn er nicht unbedingt trivial zu exploiten ist. Jens meinte gestern kurz, dass die von mir angedeuteten Angriffe sehr theoretisch seien, verbesserte sich aber sogleich und hat einen sehr guten Angriff beschrieben, der auch relativ unauffällig ist. Erst einmal sind solche Attacken in der Regel nicht besonders brauchbar für “Blind Hacking”-ähnliche Angriffe, d.h. für das Attackieren von Zielen die man nicht kennt. Dafür sind sie aber umso brauchbarer, wenn z.B. ein Mitbewerber ausgetrickst werden soll und dessen eingesetzte Buntbrausen bekannt sind. Da dieser Mitbewerber mit Sicherheit wahlweise Feed und/oder Webseite verfolgt, können beispielsweise Daten bereit gestellt werden, die nur der IP serviert werden, von der der Konkurrent kommt. Und da liegt auch der das Hauptproblem der allermeisten Web 2.0-Anwendungen: Sie lassen sich leicht exploiten, man kann viel über Menschen, ihr soziales Umfeld, ihre (unter Umständen auch sexuelle) Vorlieben undihr Business erfahren. Das macht gezielte Angriffe aller Art recht effektiv und einfach. Der Einwurf, den ich irgendwo gelesen habe, ich hätte den Leuten sagen sollen was sie tun sollen, fand ich irgendwie putzig, weil die Antwort eigentlich hätte heissen sollen “Think for yourself, stupid!” Es war nicht Ziel des Vortrages, den Leuten “Lösungen” zu geben, sondern sie für einen Aspekt zu sensibilisieren, der sehr leicht vergessen wird. Jedenfalls bin ich auch der Meinung, dass es ruhig immer mal wieder Kurzvorträge geben sollte, die sich um einzelne Aspekten der Sicherheit speziell dieser Art von Anwendungen drehen. Ich werde aber allerdings nächstes Mal eher mal was Konstruktives vorstellen.

---

Unsere Politiker, Teil 1

Pungenday, 10th Discord, 3172.

Heute: Dr. Günter Krings, CDU/CSU

Manchmal ist es ja ganz interessant, wer sich da im Deutschen Bundestag mit seinen ganzen Unter-, Ober-, Hinter-, Über- und Sonstwas-Ausschüssen womit beschäftigt. Nehmen wir mal eine beliebige Person irgendeines Ausschusses und gucken, was diese Person macht, wo sie sich sich tummelt und wo sie her kommt. Da er als Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für das “Geistige Eigentum” bezeichnet wird nehmen wir mal Dr. Günter Krings (Seite als MdB).

Dr. Krings kommt aus Mönchengladbach, ist Jurist, Mitglied der Faktion der CDU/CSU der Deutschen Bundestages und u.a. stellvertretener Vorsitzender des Unterausschuss Neue Medien, Mitglied des Ausschusses für Kultur und Medien, der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland” und des Rechtsausschusses. Aufgrund seiner Ausbildung geht letzteres erst einmal klar, denn als Jurist hat er allerlei Erfahrungen gemacht, war eine Weile in USA und hat seine Promotion zum Dr. jur. 2002 zum Thema “Grund und Grenzen grundrechtlicher Schutzansprüche” gemacht (wer diese Arbeit kennt, eine Kopie davon zur Verfügung stellen kann oder weiss wie man da ran kommt soll sich bitte mal bei mir melden). Sein sonstiger Werdegang ist eine aus meiner Sicht einfach eine klassische Juristenlaufbahn.

Soweit, so gut. Aber aus welchem Grund ist dieser Mann in den verschiedenen Ausschüssen, die sich mit Kultur beschäftigen?

Er kommt, wie schon erwähnt, aus Mönchengladbach und obwohl ich diese Stadt ausser dem örtlichen Fussballclub nicht weiter kenne, spreche ich ihm nicht die Liebe zu seinem Veedel und seiner Stadt ab. Der Lebenslauf auf seiner Homepage gibt denn auch Auskunft über seine Befähigung im Bereich _Neue Medien_ und _Kultur_: 1997 - 2002 Dozent für öffentliches Recht am Institut für Publizistik der Kölner Journalistenschule (Neue Medien, naja …) und seit 1989 Mitglied des Kulturausschuss der Stadt Mönchengladbach.

Das war’s dann aber auch schon zu dem Thema aus meiner Sicht.

Warum er überhaupt in irgendeiner Form interessant sein soll ist im folgenden Beitrag Kommentare zum Positionspapier “Leitlinien für das Urheberrecht in der Wissensgesellschaft des digitalen Zeitalters” von CDU/CSU nachzulesen.

---

Kommentare zum Positionspapier “Leitlinien für das Urheberrecht in der Wissensgesellschaft des digitalen Zeitalters” von CDU/CSU

Pungenday, 10th Discord, 3172.

Auf der Webseite von MdB Dr. Günter Krings findet sich ein aus meiner Sicht interessantes Positionspapier für die Arbeitsgemeinschaft Recht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - Leitlinien für das Urheberrecht in der Wissensgesellschaft des digitalen Zeitalters vom 4. August 2005. Da dieses Papier schon 2005 angefertigt wurde ist dort teilweise noch die Rede von der rot-grünen Regierung wenn von “der Regierung” die Rede ist. Im Kern beschreibt dieses Papier aber das, was die CDU/CSU vertritt und spiegelt so ziemlich genau das wieder, das vor allem die Musikindustrie gerne durchgesetzt sehen würde. Zu erkennen ist das vor allem daran, dass es in dem Papier an keiner einzigen Stelle ernsthaft um die Rechte der Konsumenten geht mit den einhergehenden Problemen wie Schutz der Privatsphäre, Recht auf legale Kopien gekaufter Werke o.ä.

Der erste Satz dieses Papiers beinhaltet gleich mal ein Unwort des Jahres 2004:

Eine Wissensgesellschaft lebt von ihrem Humankapital.

Das Papier beginnt mit einer wie ich finde dümmlichen Analyse der volkswirtschaftlichen Auswirkungen der digitalen Welt unter völliger Verkennung der Realität.

Das digitale Zeitalter verschärft die Diskussion um die Notwendigkeit des Schutzes geistigen Eigentums. War die Vervielfältigung und Verbreitung von Werken in der analogen Welt noch ein beschwerlicher Weg und war die Kopie meist qualitativ nicht deckungsgleich mit dem Original, so hat sich dies durch die digitale Technik vollkommen geändert. Heute lassen sich “Klone” von einer digitalen Vorlage von jedermann in beliebiger Anzahl herstellen. Besonders drastisch trifft dies die Musikindustrie. Gegenüber dem Jahre 2002 musste sie Umsatzeinbußen in Höhe von knapp 20 % hinnehmen. Wurden 2002 immerhin 223 Millionen Tonträger verkauft, waren es 2003 noch lediglich 183 Millionen. In dem Maße, in dem die Zahl der verkauften Musik-CDs sinkt, steigt die Zahl der verkauften CD-Rohlinge, die mit Musik bespielt werden, um ein Viertel und lag im Jahre 2003 bei 325
Millionen. Die Folgen liegen auf der Hand. Die Musikindustrie muss Arbeitsplätze abbauen und verringert ihre Investitionen.

Die Musikwirtschaft bietet allerdings nur ein Beispiel für eine Branche, die auf die Vermarktung des geistigen Eigentums angewiesen ist und der zurzeit der ökonomische Boden immer stärker entzogen wird.

Das digitale Zeitalter bringt ja nicht nur eine Änderung der Kopiermöglichkeiten mit sich (es ist ihr ja nebenbei gesagt inhärent, weil Computer ja nichts anderes sind als Kopiermaschinen). Sie bringt dem Nutzer vor allem durch Medien wie dem Internet die Möglichkeit, auf ein sehr viel grösseres Angebot von Waren, Dienstleistungen und Kulturgütern zuzugreifen. Kann also nicht dieses Mehr auch kostenloser Angebote dafür sorgen, dass die Leute weniger Geld für nicht-beschreibbare Medien ausgeben als es in Zeiten war, da Fernsehen und Radio die einzigen wirklich beherrschenden Medien waren? Ist das Hauptproblem nicht eher, dass die Musikindustrie es verschlafen hat, Angebote zu entwickeln, die diesen neuen Gegebenheiten Rechnung tragen? Wenn also die Industrie sich nicht mehr an den Erfordernissen des Marktes orientiert, ist die Antwort also nach CDU/CSU-Meinung ein “Zwangskauf” eines unpassenden Mediums durch den Konsumenten? Wie Jens schon mal treffend geschrieben hat:

Euer gescheitertes Geschäftsmodell ist nicht mein Problem. Kein Hufschmied hat heutzutage das Recht, das Verbot von Taxis politisch zu erwirken, weil sie eine Raubkopie von Pferdedroschken darstellen.

Wenn ich mal von der genannten Zahl von 183 Million verkauften Stückzahlen von Musik-CDs ausgehe und der Zahl von 325 Millionen CD-Rohlingen ausgehe, so sehe ich, mit Verlaub, selbst wenn wir mal davon ausgehen, dass auf die Rohlinge _ausschliesslich_ Musik gebrannt wurde (was natürlich Unsinn ist) nicht einmal 2 Privatkopien pro verkaufter CD. Die Rechnung, die da aufgemacht wird, geht nicht auf und stellt meiner Meinung nach eine Umkehrung ökonomischer Prinzipien und der Realität der Entwicklung dar.

Weiter hinten im Positionspapier:

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion lässt sich auf dem Gebiet des Urheberrechts von folgenden Überzeugungen und Zielen leiten:

  1. Zwischen Urhebern, den Inhabern und Verwertern von Rechten und den Nutzern urheberrechtlicher Inhalte hat ein fairer Interessenausgleich stattzufinden, bei dem die legitimen Vervielfältigungsinteressen der Verbraucher geschützt, außerhalb dieses eng umschriebenen Bereiches aber die Rechte der Urheber geachtet werden.
  2. Aus Respekt vor dem kreativen, geistigen Schaffen von Künstlern und Autoren hat deren Eigentumsrecht Anspruch auf einen effektiven staatlichen Schutz.
  3. Individuelle vertragliche Absprachen über die Verbreitung und Nutzung von Werken müssen in der Regel Vorrang vor gesetzgeberischen Interventionen haben.
  4. Die Bedeutung und der Nutzen eines effektiven Urheberrechts für unsere Volkswirtschaft, für unseren Arbeitsmarkt und den Investitionsstandort Deutschland verdient Beachtung bei der Gesetzgebung.
  5. Das Urheberrecht des 20. Jahrhunderts ist zukunftsfähig zu machen und auf die technischen Veränderungen des digitalen Zeitalters konsequent auszurichten.

Immerhin wird hier mal ein legitimes Vervielfältigungsinteresse erwähnt (aber irgendwie auch nur hier)! Jedoch ist für mich schon die Frage, was mit “effektivem staatlichen Schutz” gemeint sein soll. Ist es nicht so, dass vielmehr die Verbraucher effektiv geschützt werden müssen, damit nicht, wie z.B. im Fall des Sony Rootkits ahnungslose Verbraucher durch einen sehr rigorosen Einsatz eines Kopierschutzsystems der Industrie massiv gefährdet werden? Davon findet sich aber nirgends auch nur eine Silbe in keinem einzigen Positionspapier oder Gesetzentwurf. Zum Fall individueller Absprachen habe ich mir noch keine abschliessende Meinung gebildet, aber im Kern halte ich es in der heutigen Zeit einer weltweiten Vernetzung nicht für angemessen, weil es die reale Situation eines dezentralen Netzes und der Vielzahl an Gadgets total verkennt. Allerdings halte ich die von der Fairsharing-Kampagne angedachten Lösung der Kulturflatrate auch nicht wirklich für eine gangbare Lösung. Im letzten Punkt versagt wohl das Verständnis der Realität des Schreibenden vollends. Von “zukunftsträchtig” reden und CD-Verkaufszahlen als Grundlage in die Diskussion zu werfen sagt alles über den entsprechenden Realitätstunnel, und dazu muss ich mich wohl kaum wirklich äussern.

Danach folgen in dem Leitfaden eine Reihe von Forderungen, die ich auch kommentieren möchte, zumindest soweit ich verstehe wovon die Rede ist.

1. Digitale Privatkopie einschränken
Die analoge Privatkopie muss keine neuen Einschränkungen erfahren. Die digitale Privatkopie ist jedoch nicht mit ihrem analogen Pendant zu vergleichen. Während die Fertigung einer Kopie in analoger Form häufig mit einem gewissen Aufwand verbunden ist und auch die Qualität der Kopie diejenige der Originalvorlage zumeist deutlich unterschreitet, weist die digitale Kopie keine Qualitätsunterschiede mehr zum Original auf. Die Vervielfältigung und die Verbreitung der digitalen Kopie sind wesentlich einfacher. Diesem Umstand muss der Gesetzgeber im Urheberrecht Rechnung tragen, indem er beide Kopiearten unterschiedlich behandelt.

In den meisten Fällen findet die in diesem Leitfaden erwähnte “digitale Kopie”, also die genaue bitweise Kopie vom Original gar nicht statt, sondern eine verlustbehaftete Konvertierung und Komprimierung des Originalmaterials. Die Unterscheidung ist faktisch falsch und Augenwischerei, weil die genaue Kopie erst von einer bereits gefertigten, verlustbehafteten Kopie passiert. Alles andere hat mit realen Vorgängen nichts zu tun. Erfolg eines Angebots hat in modernen Medien übrigens in der Regel überhaupt nichts mit der Qualität eines Mediafiles zu tun, was sich sehr schön an den verwackelten und verrauschten Dateien auf Youtube und anderen Portalen zeigt.

2. Sinkflug der Pauschalabgaben einleiten
Die Pauschalabgaben dienen dem Rechteinhaber als Ausgleich dafür, dass sein Werk auf anderen Geräten oder Speichermedien durch Dritte vervielfältigt wird. Als kollektives Abgabesystem führen die Pauschalabgaben jedoch zwangsläufig zu Ungerechtigkeiten. Die Pauschalabgaben wurden aus der Not geboren, um die Rechteinhaber überhaupt an der Vervielfältigung ihrer Werke partizipieren zu lassen. Daher machen sie sich in dem Maße überflüssig, wie der Rechteinhaber sich technisch selbst schützen und individuelle Vergütungssysteme anwenden kann. Das Digitale-Rechte-Management (DRM) bietet die technischen Voraussetzungen dafür, dass der Rechteinhaber mit den Konsumenten seines Werkes individuell nach deren Nutzungsintensität abrechnen kann.

Es ist schlicht und ergreifend so, das die allermeisten Entscheidungen, Gesetze und Vergütungsmodelle zwangsläufig zu Ungerechtigkeiten führen. That’s reality. Die Frage ist doch eher, ob ich dem Inhaber von Verwertungsrechten gleichzeitig das Recht einräume, den Konsumenten zu kastieren und zu überwachen, denn anders kann DRM (technisch) gar nicht durchgesetzt werden. Es ist schlicht eine politische Willenserklärung, ob Persönlichkeitsrechte von Konsumenten höher oder weniger hoch als Profitinteressen von Unternehmen bewertet werden. Letztendlich sollten sich die Politiker überlegen, wem sie mehr verpflichtet sind und was ihre Entscheidungen auch langfristig gesellschaftspolitisch bedeuten.

3. Auskunftsanspruch des Rechteinhabers gegen Internet-Provider einführen
Die Bundesregierung hat sich gegen die Aufnahme eines derartigen Auskunftsanspruchs in den Zweiten Korb ausgesprochen. Damit unterlässt sie die Möglichkeit, für den Rechteinhaber das Urheberrecht durchsetzungsstark zu gestalten. Zurzeit hat der Rechteinhaber, der beispielsweise seinen Musiktitel auf einer illegalen Tauschbörse entdeckt, keine Möglichkeit, gegen den Rechteverletzer direkt vorzugehen, da dieser für ihn anonym bleibt. Lediglich über den Internetprovider könnte er seine Identität erfahren. An die Daten gelangt er bislang nur über eine Strafanzeige bei den Strafverfolgungsbehörden. Von diesem Verfahren haben die Rechteinhaber in der Vergangenheit auch teilweise Gebrauch gemacht. Nach der bisherigen Rechtslage findet demnach eine einerseits nicht unbedingt notwendige und andererseits mitunter zu wenig nachdrückliche strafrechtliche Verfolgung der Betroffenen statt. Diese würde durch einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch weitgehend überflüssig werden. Der Rechteinhaber könnte somit auf direktem Wege eine Unterlassung oder seinen Schadensersatz geltend machen.

Wenn ich sowas lese stellen sich mir die Nackenhaare auf. Was passiert wenn eine Firma anfängt die Staatsanwaltschaft mit Massenstrafanzeigen gegen Filesharer zu bombadieren sollte auch der CDU/CSU bekannt sein. Die nötige Strafverfolgung von aus meiner Sicht _echten_ Delikten mit hoher gesamtgesellschaftlicher wie Raub, Mord, Vergewaltigung, Missbrauch, Korruption usw. usf. bleibt dadurch auf der Strecke. _Direkten_ Zugriff für die Industrie auf derlei Daten zu gewähren ist ja wohl nicht wirklich ernst gemeint. Wer nur ein klein wenig Phantasie hat kann sich ausmalen, wie schnell und leicht dort Missbrauch betrieben werden kann und der Weg für Massenabmahnungen im _wirklich_ grossen Stil Tür und Tor geöffnet werden würde, u.a. auch, weil sowohl diese Regierung als auch die alte eine derartige Unsicherheit schafft, dass vor allem leichtgläubige Zeitgenossen sehr leicht Opfer werden könnten. Aus bürgerrechtlicher Sicht ist das nicht nur ein Alptraum, das bedeutet, zumindest für mich, sowas wie das Ende einer sich entwickelnden Kulturgesellschaft. Aber dazu werde ich in der nächsten Zeit noch etwas mehr schreiben.

Zu den den Punkten 4, 5 und 6 des Positonspapieres kann ich nichts sagen, weil ich mich grade erstmal damit auseinandersetzen muss, was mit diesen Punkten überhaupt gemeint ist um mir eine Meinung zu bilden. (Kabelweitersendung vergüten, Private Sendeunternehmen an Leerträgervergütung (§ 87 IV UrhG) beteiligen, Rechtsicherung und klare Grenzen für die Schranken des Urheberrechts herstellen). Ich bitte das zu verzeihen, aber mir stehen leider keine von hochliquiden Unternehmen bezahlte Einflüsterer zur Verfügung, sondern muss mir das Ganze Wissen und die seltsame Terminologie in meiner Freizeit neben meines Jobs erarbeiten.

7. Neue Verwertungswege ermöglichen
Angesichts der rasanten technischen Entwicklung gerade auf dem Gebiet der Einführung und Nutzung neuer Medien stellt die Vorschrift des § 31 Abs. 4 UrhG in ihrer jetzigen Form ein unnötiges Hemmnis dar. Da die Regelung der Nutzung von Werken in unbekannten Nutzungsarten sowohl die Interessen der Verwerter, als auch die der Urheber und der Allgemeinheit berührt, muss § 31 Abs. 4 UrhG eine Änderung dahingehend erfahren, dass auch bis dahin unbekannte Nutzungsarten durch eine schriftliche individuelle Vereinbarung von dem Urheber an einen Dritten übertragen werden können. Die Begrenzung einer solchen neuen Bestimmung auf nur bestimmte Werkarten würde dem Sinn des Urheberschutzes zuwiderlaufen. Jedem Urheber gebührt deshalb für jede beliebige Werkart eine angemessene Vergütung, wenn eine Nutzung seines Werkes in einer neu bekannt gewordenen Nutzungsart erfolgt.

_Jede beliebige Werkart_ bedeutet ja erstmal, dass die Definitionshoheit ebendieser auf den Urheber übertragen wird. Das halte ich für eine grosse Gefahr, weil damit sogar das Singen von Liedern oder jede Art von verbalem oder schriftlichem Zitat jederzeit ein Recht auf Vergütung zur Folge haben könnte. Da hätte ich doch gerne bitte eine genaue Definition dessen, was eine “Werkart” denn genau ist. Ausserdem sollte dabei nicht ausser Acht gelassen werden, dass es dabei auch ganz schnell neben dem Ende der Freiheit der Kunst auch zu massiven Einschränkung der Redefreiheit kommen könnte. Das will am Ende auch die CDU/CSU nicht wirklich…

Punkt 8 (Den Besonderheiten des Films Rechnung tragen) verstehe ich als Forderung nicht wirklich, und brauche dazu einen Übersetzer oder einfach nur noch ein Mal mehr Konzentration :-)

9. Bagatellklausel verhindern
Der Referentenentwurf sieht eine Bagatellklausel, die nun wie folgt lautet: “Nicht bestraft wird, wer Werke oder Bearbeitungen oder Umgestaltungen von Werken nur in geringer Zahl und ausschließlich zum eigenen Gebrauch von mit dem Täter persönlich verbundnen Personen vervielfältigt oder an solchen Vervielfältigungen teilnimmt (§§ 26, 27 StGB). Satz 1 gilt nicht für die Vervielfältigung von Computerprogrammen.”

Die Klausel fasst unnötigerweise die normale Praxis der Staatsanwaltschaft in gesetzliche Form und sendet damit eine fatale Wirkung nach außen. Statt eine unnötige Kriminalisierung zu verhindern, wird es die Anfertigung von Raubkopien nur befördern.

Ja warum ist das wohl gängige Praxis der Staatsanwaltschaften? Weil es verdammt noch eins nur um Kopieren geht und die Staatsanwälte und Gerichte ja teilweise kaum noch mit der Untersuchung und Verhandlung von schweren Straftaten hinterher kommt. Um diesen gemessen am volkswirtschaftlichen Gesamtvolumen doch sehr bescheidenen Beitrag grade der Musikindustrie (siehe Der Musikmarkt im Vergleich bei Isotopp) gemessen am Aufwand und der zu erwartenden Verschiebung des Rechtsverständnisses ist die Bagatellklausel einfach nötig. Damit würde eben genau das getan, was gängige Rechtspraxis — weil sehr pragmatisch — ist.

Aus dem Fazit des Positionspapiers:

Da die Herausforderungen des digitalen Zeitalters aber neuartige Gefahren der Verletzungen von geistigem Eigentum mit sich bringen, reicht es nicht aus, wenn der Entwurf in zentralen Fragen nur den Status quo fortschreibt. Neue Gefahren erfordern eben auch neue Schutzstrategien. Neben der gesetzgeberischen Arbeit ist es aber genauso wichtig, im Bewusstsein der Menschen und insbesondere der jüngeren Menschen einen Wandel herbeizuführen, der das hohe Gut des geistigen Eigentums in Wirtschaft und Gesellschaft anerkennt.

Ich finde ja ehrlich gesagt die einseitige Überhöhung des geistigen Eigentums in diesem Entwurf sehr bedenklich. Kein Wort über die aus meiner Sicht viel grösseren Gefahren, die das digitale Zeitalter für die Rechte der Bürger auf informationelle Selbstbestimmung bringt. Kein Wort darüber, dass es eben in einer Gesellschaft auch eine Vergangenheit gibt, in der viele der Ideen schon tausend Mal in der einen oder anderen Form da waren, kein Wort über die Gefahren des Endes jeglicher Innovation und freier kultureller Entwicklung.

Ich bin aber davon überzeugt, dass wir noch eine Chance haben, der Regierung und selbst Politikern wie Dr. Günter Krings zu erweiterten Einsichten zu den verhelfen um das allerschlimmste noch abzuwenden :-)

---

Höchststrafen nach Strafrecht im Vergleich

Boomtime, 9th Discord, 3172.

Angeregt durch Fefes leicht verpeilten Post habe ich mal die Gunst der Stunde genutzt, um eine kleine Übersicht über die im StGB der Bundesrepublik Deutschland vorgesehen Höchststrafen inklusive des entsprechenden Paragraphen anzufertigen. Das Ganze hat weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Richtigkeit, sondern soll nur dazu dienen, die geplante Strafhöhe von 3 Jahren für Filesharer im ungefähren Vergleich zu anderen bisher in Gesetz gegossene Straftaten betrachten zu können. Ich bin kein Jurist, und so überraschen mich so einige Sachen ehrlich gesagt ganz schön, sowohl, dass es diese Straftaten überhaupt gibt als auch in einigen Fällen das Strafmaß. Besonders nett finde ich übrigens § 108 Wählernötigung. Wurde deswegen eigentlich schon einmal jemand verurteilt? Weggelassen wurden übrigens meist eventuelle Strafen in minder oder besonders schweren Fällen sowie der teilweise auftretende Passus zur ersatzweisen Geldstrafen.


Höchststrafe bis zu 6 Monaten

* § 107b Fälschung von Wahlunterlagen
* § 160 Verleitung zur Falschaussage
* § 184d Ausübung der verbotenen Prostitution
* § 285 Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel

Höchststrafe bis zu einem Jahr

* § 106b Störung der Tätigkeit eines Gesetzgebungsorgans
* § 123 Hausfriedensbruch
* § 131 Gewaltdarstellung
* § 132a Mißbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen
* § 134 Verletzung amtlicher Bekanntmachungen
* § 136 Verstrickungsbruch, Siegelbruch
* § 145 Mißbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln
* § 145a Verstoß gegen Weisungen während der Führungsaufsicht
* § 145c Verstoß gegen das Berufsverbot
* § 148 Wertzeichenfälschung
* § 163 Fahrlässiger Falscheid, fahrlässige falsche Versicherung an Eides Statt
* § 154 Meineid
* § 183 Exhibitionistische Handlungen
* § 183a Erregung öffentlichen Ärgernisses
* § 184 Verbreitung pornografischer Schriften
* § 184e Jugendgefährdende Prostitution
* § 185 Beleidigung
* § 201a Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen
* § 202 Verletzung des Briefgeheimnisses
* § 203 Verletzung von Privatgeheimnissen
* § 218b Schwangerschaftsabbruch ohne ärztliche Feststellung, unrichtige ärztliche Feststellung
* § 218c Ärztliche Pflichtverletzung bei einem Schwangerschaftsabbruch
* § 241 Bedrohung
* § 265a Erschleichen von Leistungen
* § 277 Fälschung von Gesundheitszeugnissen
* § 279 Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse
* § 281 Missbrauch von Ausweispapieren
* § 290 Unbefugter Gebrauch von Pfandsachen
* § 316 Trunkenheit im Verkehr
* § 323b Gefährdung einer Entziehungskur
* § 323c Unterlassene Hilfeleistung
* § 352 Gebührenüberhebung
* § 353b Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht
* § 353d Verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen

Höchststrafe bis zu 2 Jahren

* § 104 Verletzung von Flaggen und Hoheitszeichen ausländischer Staaten
* § 107c Verletzung des Wahlgeheimnisses
* § 108a Wählertäuschung
* § 113 Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
* § 124 Schwerer Hausfriedensbruch
* § 132 Amtsanmaßung
* § 133 Verwahrungsbruch
* § 127 Bildung bewaffneter Gruppen
* § 143 Unerlaubter Umgang mit gefährlichen Hunden
* § 146 Geldfälschung - nicht unter zwei Jahren
* § 149 Vorbereitung der Fälschung von Geld und Wertzeichen
* § 169 Personenstandsfälschung
* § 185 Beleidigung (mittels einer Tätlichkeit)
* § 186 Üble Nachrede
* § 189 Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener
* § 204 Verwertung fremder Geheimnisse
* § 219a Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft
* § 219b Inverkehrbringen von Mitteln zum Abbruch der Schwangerschaft
* § 275 Vorbereitung der Fälschung von amtlichen Ausweisen
* § 276 Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen
* § 278 Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse
* § 287 Unerlaubte Veranstaltung einer Lotterie oder einer Ausspielung
* § 288 Vereiteln der Zwangsvollstreckung
* § 283b Verletzung der Buchführungspflicht
* § 283c Gläubigerbegünstigung
* § 284 Unerlaubte Veranstaltung eines Glücksspiels
* § 293 Fischwilderei
* § 297 Gefährdung von Schiffen, Kraft- und Luftfahrzeugen durch Bannware
* § 303 Sachbeschädigung
* § 303a Datenveränderung
* § 355 Verletzung des Steuergeheimnisses

Höchststrafe bis zu 3 Jahren

* § 86 Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen
* § 86a Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen
* § 90a Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole
* § 103 Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten
* § 120 Gefangenenbefreiung
* § 125 Landfriedensbruch
* § 130a Anleitung zu Straftaten
* § 140 Belohnung und Billigung von Straftaten
* § 142 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
* § 145d Vortäuschen einer Straftat
* § 156 Falsche Versicherung an Eides Statt
* § 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
* § 167 Störung der Religionsausübung
* § 167a Störung einer Bestattungsfeier
* § 168 Störung der Totenruhe
* § 170 Verletzung der Unterhaltspflicht
* § 171 Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht
* § 172 Doppelehe
* § 173 Beischlaf zwischen Verwandten
* § 180a Ausbeutung von Prostituierten
* § 184a Verbreitung gewalt- oder tierpornographischer Schriften
* § 182 Sexueller Mißbrauch von Jugendlichen
* § 201 Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
* § 202a Ausspähen von Daten
* § 218 Schwangerschaftsabbruch
* § 229 Fahrlässige Körperverletzung
* § 231 Beteiligung an einer Schlägerei
* § 240 Nötigung
* § 246 Unterschlagung
* § 248b Unbefugter Gebrauch eines Fahrzeugs
* § 264a Kapitalanlagebetrug
* § 265 Versicherungsmißbrauch
* § 266b Missbrauch von Scheck- und Kreditkarten
* § 271 Mittelbare Falschbeurkundung
* § 273 Verändern von amtlichen Ausweisen
* § 291 Wucher
* § 292 Jagdwilderei
* § 299 Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr
* § 304 Gemeinschädliche Sachbeschädigung
* § 306f Herbeiführen einer Brandgefahr
* § 307 (Fahrlässiges) Herbeiführen einer Explosion durch Kernenergie
* § 325a Verursachen von Lärm, Erschütterungen und nichtionisierenden Strahlen
* § 329 Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete
* § 331 Vorteilsannahme
* § 333 Vorteilsgewährung

Höchststrafe bis zu 5 Jahren

* § 80a Aufstacheln zum Angriffskrieg
* § 83 Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens
* § 84 Fortführung einer für verfassungswidrig erklärten Partei
* § 85 Verstoß gegen ein Vereinigungsverbot
* § 87 Agententätigkeit zu Sabotagezwecken
* § 88 Verfassungsfeindliche Sabotage
* § 89 Verfassungsfeindliche Einwirkung auf Bundeswehr und öffentliche Sicherheitsorgane
* § 90 Verunglimpfung des Bundespräsidenten
* § 90b Verfassungsfeindliche Verunglimpfung von Verfassungsorganen
* § 95 Offenbaren von Staatsgeheimnissen
* § 97 Preisgabe von Staatsgeheimnissen
* § 98 Landesverräterische Agententätigkeit
* § 99 Geheimdienstliche Agententätigkeit
* § 100a Landesverräterische Fälschung
* § 102 Angriff gegen Organe und Vertreter ausländischer Staaten
* § 106 Nötigung des Bundespräsidenten und von Mitgliedern eines Verfassungsorgans
* § 107 Wahlbehinderung
* § 107a Wahlfälschung
* § 108 Wählernötigung
* § 108b Wählerbestechung
* § 108e Abgeordnetenbestechung
* § 109 Wehrpflichtentziehung durch Verstümmelung
* § 109a Wehrpflichtentziehung durch Täuschung
* § 109d Störpropaganda gegen die Bundeswehr
* § 109e Sabotagehandlungen an Verteidigungsmitteln
* § 109f Sicherheitsgefährdender Nachrichtendienst
* § 109g Sicherheitsgefährdendes Abbilden
* § 109h Anwerben für fremden Wehrdienst
* § 111 Öffentliche Aufforderung zu Straftaten
* § 121 Gefangenenmeuterei
* § 129 Bildung krimineller Vereinigungen
* § 130 Volksverhetzung
* § 147 Inverkehrbringen von Falschgeld
* § 152a Fälschung von Zahlungskarten, Schecks und Wechseln
* § 153 Falsche uneidliche Aussage
* § 164 Falsche Verdächtigung
* § 174 Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger
* § 174a Sexueller Mißbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen
* § 174b Sexueller Mißbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung
* § 174c Sexueller Mißbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses
* § 181a Zuhälterei
* § 184b Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften
* § 187 Verleumdung
* § 188 Üble Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens
* § 206 Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses
* § 216 Tötung auf Verlangen
* § 221 Aussetzung
* § 222 Fahrlässige Tötung
* § 223 Körperverletzung
* § 224 Gefährliche Körperverletzung
* § 233a Förderung des Menschenhandels
* § 234a Verschleppung (nicht unter einem Jahr)
* § 235 Entziehung Minderjähriger
* § 236 Kinderhandel
* § 239 Freiheitsberaubung
* § 241a Politische Verdächtigung
* § 242 Diebstahl
* § 248c Entziehung elektrischer Energie
* § 249 Raub (nicht unter einem Jahr)
* § 253 Erpressung
* § 257 Begünstigung
* § 258 Strafvereitelung
* § 258a Strafvereitelung im Amt
* § 259 Hehlerei
* § 261 Geldwäsche, Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte
* § 263 Betrug
* § 263a Computerbetrug
* § 264 Subventionsbetrug
* § 266 Untreue
* § 266a Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt
* § 267 Urkundenfälschung
* § 268 Fälschung technischer Aufzeichnungen
* § 269 Fälschung beweiserheblicher Daten
* § 274 Urkundenunterdrückung; Veränderung einer Grenzbezeichnung
* § 283 Bankrott
* § 283d Schuldnerbegünstigung
* § 298 Wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen
* § 300 Besonders schwere Fälle der Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr
* § 303b Computersabotage
* § 305 Zerstörung von Bauwerken
* § 305a Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel
* § 306a Schwere Brandstiftung (nicht unter einem Jahr)
* § 306d Fahrlässige Brandstiftung
* § 310 Vorbereitung eines Explosions- oder Strahlungsverbrechens
* § 311 Freisetzen ionisierender Strahlen
* § 312 Fehlerhafte Herstellung einer kerntechnischen Anlage
* § 315a Gefährdung des Bahn-, Schiffs- und Luftverkehrs
* § 315b Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr
* § 315c Gefährdung des Straßenverkehrs
* § 316b Störung öffentlicher Betriebe
* § 317 Störung von Telekommunikationsanlagen
* § 318 Beschädigung wichtiger Anlagen
* § 319 Baugefährdung
* § 323a Vollrausch
* § 324 Gewässerverunreinigung
* § 324a Bodenverunreinigung
* § 325 Luftverunreinigung
* § 326 Unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen
* § 327 Unerlaubtes Betreiben von Anlagen
* § 328 Unerlaubter Umgang mit radioaktiven Stoffen und anderen gefährlichen Stoffen und Gütern
* § 332 Bestechlichkeit
* § 334 Bestechung
* § 339 Rechtsbeugung
* § 340 Körperverletzung im Amt
* § 345 Vollstreckung gegen Unschuldige
* § 348 Falschbeurkundung im Amt
* § 353 Abgabenüberhebung, Leistungskürzung
* § 353a Vertrauensbruch im auswärtigen Dienst
* § 356 Parteiverrat

Höchststrafe bis zu 10 Jahren und mehr

* § 81 Hochverrat gegen den Bund
* § 82 Hochverrat gegen ein Land
* § 96 Landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen
* § 100 Friedensgefährdende Beziehungen
* § 105 Nötigung von Verfassungsorganen
* § 108 Wählernötigung(in besonders schweren Fällen)
* § 125a Besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs
* § 129a Bildung terroristischer Vereinigungen
* § 152b Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken für Euroschecks
* § 176 Sexueller Mißbrauch von Kindern
* § 178 Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge
* § 179 Sexueller Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen
* § 213 Minder schwerer Fall des Totschlags
* § 225 Mißhandlung von Schutzbefohlenen
* § 226 Schwere Körperverletzung
* § 227 Körperverletzung mit Todesfolge
* § 232 Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung
* § 233 Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft
* § 234 Menschenraub
* § 243 Besonders schwerer Fall des Diebstahls
* § 244 Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchdiebstahl
* § 244a Schwerer Bandendiebstahl
* § 260 Gewerbsmäßige Hehlerei, Bandenhehlerei
* § 260a Gewerbsmäßige Bandenhehlerei
* § 264 Subventionsbetrug (in besonders schweren Fällen)
* § 283a Besonders schwerer Fall des Bankrotts
* § 291 Wucher (in besonders schweren Fällen)
* § 306 Brandstiftung
* § 306c Brandstiftung mit Todesfolge
* § 307 Herbeiführen einer Explosion durch Kernenergie
* § 308 Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion
* § 309 Mißbrauch ionisierender Strahlen
* § 313 Herbeiführen einer Überschwemmung
* § 314 Gemeingefährliche Vergiftung
* § 315 Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr
* § 316a Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
* § 316c Angriffe auf den Luft- und Seeverkehr
* § 330 Besonders schwerer Fall einer Umweltstraftat
* § 330a Schwere Gefährdung durch Freisetzen von Giften
* § 335 Besonders schwere Fälle der Bestechlichkeit und Bestechung
* § 343 Aussageerpressung
* § 344 Verfolgung Unschuldiger


Update: Wie mir Jo grade in einem Kommentar geschrieben hat, ist dieser Blogeintrag irgendwie neben denen von Don Dahlmann, Dem Tobi, Isotopp und Jens in der Frankfurter Rundschau in einem Artikel mit dem Titel “Blogosphäre/ Kriminelle Schulhöfe” erwähnt worden (Nr. 75 | R/S, Seite 38).

Update 2: Der Artikel von Mario Sixtus ist in der Onlineausgabe der FR zu finden.

---

Auf den Schultern von Giganten

Sweetmorn, 8th Discord, 3172.
Music fukami 86048 3 Comments | Trackback URI

In einem Gespräch mit Jens am heutigen Tage, dessen Auslöser eigentlich der unsägliche Artikel im Spiegel über Grup Tekkan und ihren ach so schlimmen “geistigen Diebstahl” von Text und Musik war, und in dem es um die Entwicklung menschlichen Wissens ging, hat er mich auf ein sehr schönes Gleichnis hingewiesen, dass genauso gut auf die Entwicklung menschlicher Kultur im Allgemeinen und im Speziellen zutrifft. Ich bemühe dafür mal etwas ausführlicher die Wikipedia:


Das Gleichnis von den Zwergen auf den Schultern von Giganten (auch: auf den Schultern von Riesen) bezeichnet die Charakteristik wissenschaftlichen Arbeitens: Die Giganten sind die früheren Wissenschaftler, auf deren Schultern Generationen späterer Wissenschaftler ihre Forschungsarbeiten aufbauen; es soll Bewusstsein für die Vorleistungen anderer schaffen.

Ein Ausspruch, der in der Regel irrtümlich Isaac Newton (1643-1727) zugeschrieben wird:

If I have been able to see further (than you and Descartes), it is because I have stood on the Shoulders of Giants (Wenn ich weiter sehen konnte (als du und Descartes), so deshalb, weil ich auf den Schultern von Giganten stand. Brief an Robert Hooke, Feb. 5, 1675/76).

Man kann das Gleichnis Auf den Schultern von Giganten auch auf Bernhard von Chartres um 1130 zurückführen, der dabei angeblich ein Zitat von Lucan aufgriff:

Pigmaei gigantum humeris impositi plusquam ipsi gigantes vident. (Auf die Schultern von Riesen gestellte Pygmäen sehen mehr als die Riesen selbst.)

Der genaue Weg der Überlieferung dieses Zitats ist nicht mehr feststellbar. Sein Ursprung war mutmaßlich der antike Mythos von Kedalion, der auf den Schultern des blinden Riesen Orion saß und ihn führte. Didacus Stella griff das Zitat im 16. Jahrhundert auf. Robert Burton (1577-1640) zitierte Didacus Stella im 17. Jahrhundert und formulierte:

Though there were many giants of old in physics and philosophy, yet I say with Didacus Stella, ‘A dwarf standing on the shoulders of a giant may see farther than a giant himself;’ I may likely add, alter, and see farther than my predecessors […].(Obwohl es früher viele Giganten der Physik und Philosophie gab, halte ich es doch mit Didacus Stella: „Ein Zwerg, der auf den Schultern eines Giganten steht, wird weiter sehen können als der Gigant selbst“; ich könnte wahrscheinlich etwas hinzufügen, ändern und weiter sehen als meine Vorgänger […]. Anatomy of Melancholy, 1621)

[…]

Friedrich Schiller verwendet in der Xenie _Kant und seine Ausleger_ ein verwandtes Gleichnis:

Wie doch ein einziger Reicher so viele Bettler in Nahrung / Setzt! Wenn die Könige baun, haben die Kärrner zu tun.

Auch Eric Steven Raymond verwendet das Gleichnis und bezieht es auf die Hackerkultur:

Offensichtliche Parallelen zur Geschenkkultur der Hacker […] gibt es in der akademischen Welt sehr viele. […] die wissenschaftliche Forschung [beruht] wie die Hackerkultur auf der Idee […], daß die Teilnehmer ‘auf den Schultern von Riesen stehen’, also nicht immer wieder von vorne anfangen müssen, um die grundlegenden Prinzipien selbst zu erarbeiten” (aus Homesteading The Noosphere).

Hal Abelson, Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wird folgende Variante des Gleichnisses zugeschrieben. Sie drückt auf amüsante Weise aus, dass Wissen und Wissenschaft auch immer wieder hinterfragt werden müssen, um wissenschaftliches Neuland betreten zu können und Dogmen zu vermeiden:

If I have not seen as far as others, it is because there were giants standing on my shoulders. (Wenn ich nicht so weit sehen konnte wie andere, so deshalb, weil Giganten auf meinen Schultern standen.)

[…]


Jedenfalls finde ich persönlich, dass es vollkommener Unsinn ist, sich über “Urheberschaft von Musik”, zumal wenn es solche Lala ist, Gedanken zu machen. Kopieren und Nachmachen ist nun einmal Teil unserer Kultur, und es lässt sich im Kern nicht mehr feststellen, wer oder was _tatsächlich_ die Source eines Stückes, einer Melodie, eines Beats, ist. Jeder Künstler fügt unserer Kultur seinen Teil hinzu, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Selbst Musiker wie Bach, Beethoven, Miles Davis, Roy Orbison, Herbie Hancock oder Afrika Bambataa haben ja ihre Musik nicht im luftleeren Raum entwickelt, sondern konnten sich auf eine hunderttausende Jahre währende und nicht abgeschlossene Entwicklung beziehen von dem, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Die Benutzung von teilweise hochkomplexen Klangerzeugungs-Werkzeugen zur Erheiterung, zur Öffnung des Herzens oder zum Ausdruck von Schmerz, Zorn und Sehnsucht.

Wenn jetzt auf so ein paar Jungs rumgehackt wird, die sich ihre, auch digitalen, Umwelt bedienen, dann kann ich nur sagen: Sechs, setzen, Spiegel. Der Versetzung wird nicht stattgegeben. Ihr seid mit eurem “investigativem Journalismus” nicht nur keinen Deut besser als diese verlogene Musikindustrie, nein, ich finde euch noch wesentlich unerträglicher, weil die Motive der Industrie zwar verwerflich, aber zumindest klar sind. Ihr aber tut so, als hättet ihr irgendwas verstanden, und das, mit Verlaub, habt ihr wirklich gar nicht.

---

Bagatellen

Sweetmorn, 8th Discord, 3172.
Music fukami 76561 1 Comment | Trackback URI

Zum Zweites Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft (Zweiter Korb):

Wenn ein ganzes Volk fortgesetzt dieselbe angebliche Straftat zu begehen scheint und in 99% aller Fälle sowieso keine Verfolgung stattfindet, warum ist das dann überhaupt eine Straftat? Nennt man das dann nicht _Kultur_?! Nun, wenn ich sowieso keine Privatkopien mehr anfertigen kann, weil ich dafür Kopierschutzmechanismen umgehen müsste, warum sollte ich dann verpflichtet werden können, irgendwelche Pauschalabgaben auf CDs und Festplatten bezahlen?

Die ganze Sache stinkt eiinfach nur ganz gewaltig aus dem Mund!

PS: Ja, ich weiss. Ich werfe grade alles durcheinander. Aber ich bin Blogger, kein Journalist und darf das :)

---

Ejabberd einrichten in 180 Sekunden

Prickle-Prickle, 6th Discord, 3172.

Process One hat einen kleinen Flashfilm veröffentlicht zum Thema Ejabberd einrichten in 180 Sekunden. Das Ganze ist ein Beispiel für die Einrichtung unter Linux mit einem Installer zum Klicken.

---

RFID Viren und Würmer

Prickle-Prickle, 1st Discord, 3172.
Code fukami 62214 No Comments | Trackback URI

RFID (auch liebevoll _funkende Schnüffelchips_ genannt) sind eine populäre Technologie, die vor allem in der Logistik aber auch in so unbedeutenden Dokumenten wie Pässen zum Einsatz kommen. Melanie Rieback, Bruno Crispo, Patrick Simpson und Andrew Tanenbaum von der Freien Universität Amsterdam haben ein sehr interessantes Paper vorgestellt und eine Seite dazu veröffentlicht, in denen sie über RFID Viren und Würmer räsonieren.

Fazit: Es ist durch Fehler in der Middleware, im Backend Scripting oder durch SQL Injections möglich, solche Art Malware zu erzeugen. Die Forscher haben zudem schon einen aus 127 Zeichen bestehenden Virus implementiert, der Oracle und Apache Server Side Includes exploitet. Die Pläne, RFID auch über grössere Reichweiten kommunizieren zu lassen, wird in Zukunft echte Threats entstehen lassen. Schicke Anwendungen wären beispielsweise Preisänderungen bei Waren in Kaufhäusern oder DoS-Attacken gegen Reader. Eine Verbreitung von infizierten Tags wäre z.B. gut an Orten wie Flughäfen denkbar.

Das sind doch mal Szenarien die wir uns wünschen …

[via Telepolis]

---

Leben wie Gott in Bonn I

Pungenday, 73rd Chaos, 3172.

Dresden ist nicht wirklich der Hort, an dem, hart ausgedrückt, Lukullus einer abgehen würde. So ziemlich jedes chinesische Restaurant wird von Vietnamesen gemacht, in der Neustadt besteht eine ziemlich Flächendeckung an Döner- und Dürüm-Läden und die Suppenbars sind eher La-La. Rühmliche bezahlbare Ausnahmen gibt es, aber schon der Mangel an Ausländern und deren Küche lässt das dort existierende Essen eher eindimensional erscheinen, und spanisches oder mexikanisches Essen von Deutschen zubereitet ist eben doch was anderes als man wirklich will. Ganz anders Bonn. Dank meines kulinarischen Führers Jens habe ich bisher einige wirklich bemerkenswerte Kleinode vor allem asiatischer Prägung entdecken können.

Beginnen will ich die Vorstellung meiner bisherigen Favouriten in Bonn mit der _Ichiban Noodle Bar_ in der Rathausgasse, gelegen zwischen Innenstadt und Uni. Dort gibt es, surprise surprise, japanische Nudelsuppen, die sowas von anders sind als dieser Glutamatschrott, den man sonst mit asiatischen Fertig-Nudelsuppen asoziiert. Überhaupt sehen die meisten Deutschen Suppen nicht unbedingt als vollwertige Mahlzeit an — von den klassischen schweren Hülsenfrüchten- und Kartoffelsuppen einmal abgesehen. Als Gast im Ichiban kann man aus verschiedenen Suppen als Grundlage wählen wie z.B. Tofusuppe oder “Schweinesuppe”. Es gibt 3 verschiedene Sorten Nudeln: Ramen, Udon (beides Nudelsorten aus Weizen) und Soba (Buchweizen-Nudeln). Zum Schluss wählt man die Toppings je nach Geschmack: Scharfes Hackfleisch, Fisch, Garnelen, Gemüse o.ä. Die Ichiban Noodle Bar gehört zur Sushi-Bar gleichen Namens, die direkt an der Uni gelegen ist, so dass man in der Nudelbar natürlich auch japanisches Sushi bekommen kann.

Nicht weit von der Nudelbar in der Bonner Innenstadt gibt es Nahe Beethovens Geburtshaus ein koreanisches Restaurant mit Namen _Delicious Courtship_ — 맛있는 청혼. Benannt ist dieses Restaurant einer etwas seltsamen koreanischen Seifenoper, einer Art Romeo und Julia, nur das die beiden Familien Restaurants besitzen. Dort habe ich das erste Mal mit der koreanischen Variante des Sauerkrauts Bekanntschaft gemacht, die sich Kimchi nennt und in Korea wohl zu so ziemlich jeder Mahlzeit dazu gehört. Auch als Suppe ist Kimchi einfach ein Gedicht. Mir persönlich schmeckt ausserdem die koreanische Variante des Sushis, Kimbap, besser als das japanische Pendant. Sehr lecker finde ich auch 떡볶이 (Tteokbokgi), einen schlangenförmigen in kleine Stücke geschnittenen Reiskuchen mit einer süßlich-scharfen Sosse. Mittags gibt es im Delicious Courtship zwischen 12 und 15 Uhr ein All-you-can-eat-Buffet, dass mit 7,50 Euro nicht nur günstig ist, sondern auch eine guten Überblick über einige der überaus leckeren Speisen verschafft, die es dort auf der Karte zu finden gibt. Die Vielfalt lässt jedenfalls meine Geschmackknospen in Freudentaumel ausbrechen und es ist schwer darüber nachzudenken, ohne dass mir gleich schon wieder das Wasser im Mund zusammenläuft. Jedenfalls sehr empfehlenswert und nicht sehr teuer.

In der Weststadt nicht fern meines Wohnortes auf dem Sachsenweg Ecke Vorgebirgsstrasse gibt es das etwas abgelegene vietnamesische Restaurant _Saigon_. Seltsamerweise gibt es nur sehr wenige Restaurants mit vietnamesischer Küche. Die allermeisten Vietnamesen scheinen eher chinesische oder thailändische Küche anzubieten, was umso erstaunlicher ist, als das diese einige überaus leckere kulinarische Überraschungen bereit hält. Eine wirklich leckere Sache sind z.B. “Glückrollen” — Gemüse, Nudeln Garnelen und Schweinefleisch umwickelt mit Reispapier, die wohl als Appetitanreger gedacht sind und nach dem ersten Bissen das Gehirn sofort in einen “will mehr”-Modus verfallen lassen. Interessant an der Speisekarte im Saigon finde ich, dass das Essen nicht wie üblich nach den Fleichsorten sortiert ist, sondern eher nach den Gewürzen, z.B. Koriander, Tamarinde oder Knoblauch. Macht eigentlich sehr grossen Sinn. Eine Spezialität, die ich leider noch nicht gegessen habe, die aber auf meiner Liste steht ist Phở, eine traditionelle vietnamesische Reisnudelsuppe. Da diese Suppe sehr viel Vorbereitung braucht gibt es diese nur montags im Saigon (soweit ich verstanden habe). Eine andere interessante Sache ist der vietnamesische Kaffee, über den Jens ausführlicher gebloggt hat. Das Saigon wird mir aber sicher in Zukunft, genau wie das Delicious Courtship, noch so einige Freude und Überraschung bereiten, da bin ich mir ganz sicher.

Damit soll es im ersten Teil erst einmal genug sein. Auf meiner Liste stehen noch eine ganze Reihe weiterer Lokalitäten wie z.B. das _Tuscolo_, das selbst Italiener als sehr gutes Restaurant bezeichnen, das Steakhaus in Poppelsdorf oder das _Hong Kong_ am Rhein. Jedenfalls gibt es noch eine Menge kulinarischer Orte für mich zu entdecken und freue mich schon sehr auf zukünftige Gaumenspektakel.

Tags: ,
---

CfP: GPN5

Boomtime, 72nd Chaos, 3172.

Und munter weiter mit den CfPs. Heute: Die GPN5 des Entropia e.V. Die GPN5 wird vom 9. bis 11. Juni 2006 in der Illuminatenstadt Karlsruhe an der dortigen HS stattfinden (früher FH). Im Gegensatz zu den vielen anderen Veranstaltungen im CCC-Umfeld liegt der Focus sehr viel mehr auf Code und dessen Erzeugung denn auf direktem politischen Diskurs.

Wer also endlich mal einen Aluhut aufziehen möchte, in netter Umgebung 3 Tage lang coden oder in gemütlicher Runde Schlösser öffnen will, glaubt, dass der Krieg vielleicht doch noch zu gewinnen sein könnte, mehr oder weniger konkrete Ideen hat, die er gerne mit Menschen umgesetzt sehen möchte, nicht weiss was PowerPoint-Karaoke ist, ein Quellcode-Theaterstück inszenieren mag, sich vor der Fussball-WM in Sicherheit bringen muss, lecker DJs und dicken Bass wertschätzen kann, sich am garantierten Verpeilungsfaktor beteiligen möchte, weiss wie die Welt zu retten ist oder vom BKA ist und wissen will was hacken wirklich ist findet auf der GPN 3 sommerliche Tage lang genau das richtige Ambiente und Gleichgesinnte.

---

Die Spinnen die Wessis

Boomtime, 72nd Chaos, 3172.

Alles für den Dackel. Alles für den Club. Unser Leben für den Hund.

---

CfP: FrOSCon 2006

Prickle-Prickle, 69th Chaos, 3172.

Voll im pre-frühjährlichen CfP-Rausch hätte ich fast einen ganz wichtigen vergessen, nämlich den CfP der FrOSCon, die am 24. und 25. Juni 2006 an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg stattfinden wird. Organisiert wird das Ganze vom Fachbereich Informatik der FH, der Fachschaft Informatik, der LUUSA (herrlicher Name, der für _Linux/Unix-Usergroup Sankt Augustin_ steht) und dem FrOSCon e.V.

Die FrOSCon ist übrigens die erste Veranstaltung, die Pentabarf, nicht nur für die Programmplanung benutzt, sondern auch die Online Paper Submission darüber abwickelt. Sehr schön, dass sich gute Software eben manchmal doch durchsetzt :-)

---

Homophobie

Prickle-Prickle, 69th Chaos, 3172.

Aus der Wikipedia:

Homophobie (von griech. homo gleich / gemeinsam und griech. Φοβος (Fóbos), Angst) bezeichnet die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Liebe (_siehe auch: Homosexualität und Sexismus_). Der Begriff “Homophobie”, der zuerst geprägt wurde als Kampfbegriff der Schwulenbewegung, unterstellt Angst als Ursache des ablehnenden Verhaltens. […]

---

Next Page »


"I have left orders to be awakened at any time in case of national emergency, even if I'm in a cabinet meeting." - Ronald Reagan

The Turkey Curse is powered by WordPress, template idea by Priss

Entries (RSS) and Comments (RSS).
Generated in 0.182 seconds.