The Turkey Curse
fukamis terror chatroom

22C3-Sticker

Sweetmorn, 64th The Aftermath, 3171.

22C3: Private Investigations

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22C3: Tag 0, 22 Uhr

Sweetmorn, 64th The Aftermath, 3171.

Bevor es so richtig los geht wird es an Tag 0, dem 26.12. um 22 Uhr in Saal 2 eine Begrüssungsveranstaltung geben, in der die letzten organisatorischen Hinweise gegeben und offene Fragen diskutiert werden können. Zudem wollen wir kurz das Team vorstellen, das in weiten Teilen den diesjährigen C3 die letzten Monate über organisiert hat und wer auf der Veranstaltung für was als Ansprechpartner zur Verfügung stehen wird. Wer also schon früher anreist, kann sich schon einmal einstimmen lassen und erfahren, was sich hinter den Kulissen so alles im Gegensatz zu den letzten Jahren verändert hat.

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22C3: Sonys BMGs digitaler Hausfriedensbruch

Sweetmorn, 64th The Aftermath, 3171.

Auf dem 22C3 werde ich zusammen mit Markus zum Thema Sony BMGs digitaler Hausfriedensbruch einen Vortrag halten. Bei der Recherche dazu sind mir wieder Haufen Details eingefallen, die ich schon fast wieder vergessen habe. In Zeiten wie diesen ist genau das scheinbar auch der einzige Grund, warum Firmen nach so einem Desaster überhaupt noch einigermassen ungeschoren davon kommen: Die Nachrichtendichte ist so stark, dass solche Sachen einfach mit der Zeit aus dem kollektiven Gedächtnis zu verschwinden drohen.

Trotz des ernsten Hintergrunds der Angelegenheit werden wir uns Mühe geben, das Ganze unterhaltsam und kurzweilig zu gestalten. Humorvolle Highlights hat die Geschichte ja in jedem Fall genug. Kompetente Hilfe für ein nettes Schmankerl bekommen wir auch, so dass ich mich schon sehr darauf freue.

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Der schwarze Blog

Prickle-Prickle, 62nd The Aftermath, 3171.

Jens macht mich grade auf eine Meldung bei N24 aufmerksam, in der es darum geht, dass die Polizei hinter Anschlägen auf die Agentur Jung von Matt _Netzaktivisten_ vermutet. Soso, Netzaktivisten also. Sieht für mich aus, als würde man da eine Art Rufmord-Kampagne starten wollen, mit der man die Kritik an der “Du bist Deutschland”-Aktion diskreditieren und kriminalisieren will.

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DRM

Prickle-Prickle, 62nd The Aftermath, 3171.

DRM bedeutet mitnichten wie viele vermuten etwa Digital Rides Management, sondern laut Herrn Punkt vermutlich eher _Digital Riots Management_ =)

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Wir foltern nur die Bösen

Setting Orange, 58th The Aftermath, 3171.

Ein deutscher Innenminister erwägt offen die Benutzung von Daten für die Strafverfolgung, die offensichtlich durch Folter erpresst wurden. Wie lange wird es nach so einer Diskussion dauern, bis ganz offen Folter wieder als Mittel der vermeintlichen Erkenntnisgewinnung in unserem Land hoffähig wird? Einen Präzedenzfall gab es ja schon im Fall Gäfgen, und schon damals war ich verstört in welcher Form das diskutiert wurde.

Im Sinne dieses Übereinkommens bezeichnet der Ausdruck «Folter» jede Handlung, durch die einer Person vorsätzlich grosse körperliche oder seelische Schmerzen oder Leiden zugefügt werden, zum Beispiel um von ihr oder einem Dritten eine Aussage oder ein Geständnis zu erlangen, um sie für eine tatsächlich oder mutmasslich von ihr oder einem Dritten begangene Tat zu bestrafen, um sie oder einen Driten einzuschüchtern oder zu nötigen oder aus einem anderen, auf irgendeiner Art von Diskriminierung beruhenden Grund, wenn diese Schmerzen oder Leiden von einem Angehörigen des öffentlichen Dienstes oder einer anderen in amtlicher Eigenschaft handelnden Person, auf deren Veranlassung oder mit deren ausdrücklichem oder stillschweigendem Einverständnis verursacht werden. Der Ausdruck umfasst nicht Schmerzen oder Leiden, die sich lediglich aus gesetzlich zulässigen Sanktionen ergeben, dazu gehören oder damit verbunden sind.

(Artikel 1 Absatz 1 der UN-Anti-Folter-Konvention von 1984)

Dazu passt ja, das die Bundesrepublik Deutschland das Zusatzprotokoll dieser Konvention noch nicht gezeichnet hat. In welcher Voraussicht das wohl passiert ist? Verstörend finde ich übrigens die Formulierung _wenn diese Schmerzen oder Leiden von einem Angehörigen des öffentlichen Dienstes oder einer anderen in amtlicher Eigenschaft handelnden Person […] verursacht werden_ schon ziemlich krass, als wäre Folter von nicht-staatlichen Stellen etwas, dass man nicht ächten müsste.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(Artikel 1 (1), Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland)

Wenn man das mit der faktischen Errichtung einer beschlossenen Totalüberwachung korreliert lässt das Alles nichts Gutes für die Zukunft erahnen. Für mich persönlich ist damit sehr deutlich der Punkt der Diskussionsbereitschaft überschritten. Fehlt nur noch, dass über die Wiedereinführung von Todesstrafe und Zwangssterilisation seitens des Innenministeriums nachgedacht wird. Wer hat diesen Leuten eigentlich so dermassen ins Gehirn geschissen, dass sie nicht begreifen was sie da lostreten? Wird sich die deutsche Strafverfolgung eines Tages in die Geschichte der Inquisition, der Gestapo und Abu Ghuraib einreihen?

Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

(Artikel 20 (4), Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland)

Das Grundgesetz gibt mir das Recht, und mir bleibt gar nichts anderes übrig als dies als Pflicht zu begreifen. Ich sehe die ganzen Massnahmen der letzten Zeit als genau jene Abschaffung der Ordnung, von der in dieser vielleicht wichtigsten Grundlage unseres Gemeinwesens die Rede ist.

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Chaotisch-kackophonische Symphonie

Prickle-Prickle, 57th The Aftermath, 3171.

Ich habe schon öfter betont, dass ich in Zeiten von masslos wachsener Totalüberwachung des elektronischen und realen Alltags nicht bereit bin meine Zeit mit dem Nachdenken darüber zu verschwenden, wie toll früher alles war. Nicht dass ich irgendwelche Andenken des Clubs beschädigen will, im Gegenteil. Grade in dem Geiste sollte man sich doch klar machen, dass es nicht zeitgemäß sein kann, sich zurück zu lehnen und Politik und Industrie ob ihrer schlechten Implementationen zu verlachen, hernach einen zu rollen und wieder zur Tagesordnung überzugehen. Es weht uns grade ein rauher Wind entgegen, und die Hemmungslosigkeit, mit der Bürgerrechte und Privatsphäre eingeschränkt werden, sollte jedem Einzelnen sehr grosse Angst einjagen. Ja, ich habe was zu verbergen. Ja, ich weiss, dass ich und meine Freunde leicht in irgendwelche Raster passen. Wahrscheinlich reagiere ich deswegen gereizter und ungeduldiger als andere.

Ich bin gestern und heute ob verschiedenartiger hässlicher Diskussion ein paar Mal gefragt worden, ob ich denn nicht mehr mitbekommen würde, dass ich genau die Leute heftig angreife, die eigentlich auf derselben Seite stehen. Ich weiss das, es tut mir auch irgendwie leid, dass diese heftigen Gewitter auch Falsche treffen. Aber ich bin aus verschiedenen Gründen grade sehr verletzt, zornig und ängstlich, da fällt es schwer, zu jeder Zeit kühlen Kopf zu bewahren und konstruktive Lösungsansätze zu entwickeln. Mal ganz dummplump ausgedrückt ist es mir lieber einmal zuviel gebrüllt zu haben als einmal zu wenig. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen, der sich davon mal aufwecken lässt (naja, wohl nur ein frommer Wunsch).

Glücklicherweise läuft die Kernorga des 22C3 weiterhin so gut, dass daraus eine Menge Kraft zu ziehen ist und das obwohl es immer wieder heftige Tritte unter die Gürtellinie gibt, die ich zumindest mittlerweile nicht mehr kommentarlos hinzunehmen gedenke. Ich habe in meinem Leben schon wirklich mit allerlei Verrückten und Egomanen zu tun gehabt, aber was man im Club teilweise mit den Leuten anstellt gibt mir sehr zu denken. Wenn ich sehr viel jünger wäre würde ich wahrscheinlich einfach nur schwere Depressionen bekommen, nach Hause gehen und die Zeit bei Dämmerlicht im Bett mit Fernsehen verbringen.

Da ich aber nicht jünger bin, werde ich mich natürlich nicht in Depressionen zurückziehen, schon weil ich glaube, dass dieser Congress das Zeug dazu hat, einige sehr wichtige und richtungsweisende Diskussionen loszutreten. Wie dem auch sei, immer wieder wird kolportiert, dass der Club sich überlegen muss was für einen Congress er denn will. Ich würde viel weiter gehen: Der Club muss endlich mal klar bekommen welche Utopien er entwickeln will und kann und was ausser Lippenbekenntnissen Kern seines Wirkens sein soll. Wenn er darauf eine Antwort hat ergibt sich die Frage nach dem Wesen des Congresses von ganz alleine. Ich denke zudem, dass der Club neben Dingen wie C3, Easterhegg, GPN, Datenspuren, Hack’em, ICMP, Chaosdays usw.usf. noch andere Veranstaltungen ausrichten sollte, aber die Diskussion verschiebe ich mal auf die Zeit nach dem diesjährigen Congress.

Wir sollten meiner Meinung nach beginnen, nach den herben Niederlagen dieses Jahres Kraft zu sammeln und neue, offensivere Strategien zu entwickeln, wie wir in den nächsten Wochen und Monaten nicht nur verhindern noch mehr Freiheiten zu verlieren, wir müssen uns schleunigst daran machen, einige Dinge wieder zurück zu drehen, was aus meiner Sicht nur mit unkonventionellen und wie ich glaube radikalen Mitteln und Ideen möglich ist.

Noch so ein Gedanke, der mich schwer beschäftigt: Welche Drogen hat Tim eigentlich immer während der letzten Tage vor dem Congress zu sich genommen um klar zu kommen? Jedenfalls offensichtlich keine der mir bekannten =)

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No XMas for Sony

Pungenday, 51st The Aftermath, 3171.

Komme grade gar nicht so recht zum Nachrichten lesen, deswegen ist das schon ‘ne Woche alt. Jedenfalls ein netter Badge :-)

No XMas for Sony

_(via boingboing)_

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22C3: Noch 23 Tage

Pungenday, 46th The Aftermath, 3171.

Habe vorhin wieder mit einigem Entsetzen festgestellt, dass der 22C3 schon in 23 Tagen ist. Massive Schlafstörung included. Ich sollte mir noch ein, zwei private Abende gönnen bevor es richtig abgeht.

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Wenn Wünsche fliegen könnten

Sweetmorn, 44th The Aftermath, 3171.

Ich wünsche mir

* mehr Weblogeinträge zu den einzelnen Vorträgen, Vortragenden und Themen, geschrieben von Jens, Maha, Tim, Enki …
* Henriettes Auftauchen (und wie ich mir das wünsche !)
* das Verschwinden dieser ganzen fremden Krämerseelen, die den Kongress zum Basar verkommen lassen wollen
* dass ihr euch alle lieb habt
* Friede auf Erden

@Kulla: Besser bekifft philosophieren als gar nicht philosophieren. Zudem hast du schlapp gemacht, nicht ich. Bis ich mal davon genervt bin muss dann doch wesentlich mehr passieren ;-)

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If 4 out of 5 people SUFFER from diarrhea ... Does that mean the fifth one enjoys it?

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