The Turkey Curse
fukamis terror chatroom

Goldketten, Zusatz und der ganze Rest

Prickle-Prickle, 60th Bureaucracy, 3171.

Die letzten Tage war ich nach relativ langer Zeit wieder mal in Leipzig. Als ich ankam ging erst Mal alles schief und ich muss zugeben, dass ich durch das rumgeliege und beinhochgehalte den lieben langen Tag doch ziemlich pussyhaft drauf war. Glücklicherweise bin ich, als ich bei Marcel abgehangen habe, einer Eingebung gefolgt und doch noch in die Distillery mitgegangen. Dort spielten Gold Chains und Sue Cie und danach Mike Grant, was mir beides extrem gut gefallen hat. Gold Chains ist sowas wie Elektro mit Rap (wobei nicht 0815-Standardkram gemeint ist), Mike Grant ist zorniger Detroit-Techno vom Allerfeinsten. Gar nicht gefallen hat mir hingegen das Set der anderen DJs. Ich musste mir von Spunky erklären lassen, dass dies im Moment wohl die Art von Musik ist, die sich gut verkauft und wo auf den Parties wohl auch was los ist. Ich habe keine Ahnung wie man das nennt, Progressive House oder so, aber es ist wirklich scheussliche Musik ohne Sex und Seele. Ich, besoffen wie ich war, konnte natürlich nicht anders und habe bei Mike Grant meine Krücken mit den Worten “Ich kann wieder gehen” beiseite geworfen und angefangen zu tanzen. Irgendwie verlor sich der weitere Abend dann im Nebel meines Alkoholrausches …

Am nächsten Tag hatte ich ein wunderschönes Treffen im Hotel Seeblick und bin dann, viel zu früh eigentlich, wieder in die Distille gefahren. An diesem Abend war neben Bronce Teddy und Magnetic als DJs eine meiner absoluten Favoriten live am Start: Aux 88. Deren Gig in L.E. war neben London der einzige, den sie in Europa diesmal absolviert haben. Für mich allerdings die Überraschung des Abends waren Pal Secam Kidz, bestückt mit Live auf ihren Kraftbüchern, lustige Behringer Midi-Controller benutzten und echt das Haus rockten. Sogar Keith und TomTom waren offensichtlich ernsthaft erfreut über deren Sound. Das Liveset von Aux war dann wirklich der Knaller: Die Beiden nach einem langen Intro rauf auf die Bühne, mit seltsamen LEDs an der Brust und sofort stand das Publikum Kopf. Das hatte nichts mehr mit Party zu tun, das war wie ein Punkkonzert. Die Leute tanzten schrien die ganze Zeit “A-U-X” oder “Bass”. Absoluter Wahnsinn. Aux hat mal locker 2 Stunden gespielt, und was ich interessant fand war die Tatsache, dass sie sich mit Sachen wie Cubase unter Windows gequält haben (Keith meinte später, der Grund für dieses seltsame Setup war schlicht, dass sie den alten, originalen Sound haben wollten und keine Lust hatten, sich Arbeit zu machen und das ganze auf eine andere Plattform zu hieven). Sie spielten natürlich ihre Hits, aber auch einiges an neuen Sachen, die recht vielversprechend klangen. Nach dem Gig sass ich eine Weile mit Keith und TomTom im Backstage und hatte grössere und kleinere neue Einsichten in die Geschichte des Detroit Sounds im Allgemeinen und UR im Speziellen. Ich war aber auch an diesem Abend zach, so dass ich irgendwann nur noch gelallt habe und zu keiner sinnvollen Kommunikation mehr fähig. Gegen 10 Uhr früh war ich dann wieder bei Marcel daheim.

Den Feiertag habe ich praktisch nur horizontal verbracht und war echt zu nicht viel mehr in der Lage als ein bisschen zu schreiben, viel zu schwatzen und bin auch ganz schnell wieder eingeschlafen. Dienstag war ich kurz bei einer Vorstellung im Rahmen des Dokfilmfestes Leipzig, wo ich die Premiere eines Teiles einer 3-teiligen Doku gesehen habe, die sich mit Mätressen und deren Macht auseinander setzt. Das Ganze war zwar nicht 100%ig mein Fall, aber gut gemacht war es und enthielt auch nette Details (z.B. dass die Haremsdamen sich die Brustwarzen mit Haschischöl beschmierten). Lustig war irgendwie, dass der Regisseur Jan Peter in einem Nebensatz erwähnte, dass sie für die Produktion 2 Millionen rausgehauen haben. Muss ‘ne alte Frau lange für Stricken …

Eine Sache muss ich noch loswerden, die mich in L.E. total auf die Palme bringt. Ich habe mir Schwarzfahren im Grossen und Ganzen komplett abgewöhnt, was ja jetzt erstmal nichts besonderes ist. Aber in Leipzigs Strassenbahnen kann man nur mir Geldkarte bezahlen, und an mindestens zwei Haltestellen gibt keine Automaten, die mit Bargeld funktionieren, nämlich genau die beiden, zwischen denen ich öfter hin in her gependelt bin. Was tut man also: Richtig, aus der Bahn humpeln, aussteigen, ein Ticket ziehen und auf die nächste Bahn warten. Im Prinzip auch machbar, aber nicht im Zeitstress. Tja, und genau das eine Mal, wo ich wegen meiner Mfg wirklich keine Zeit hatte bin ich prompt kontrolliert worden.

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3 Comments »

  1. Apropos Goldketten: Schau dir mal Goldie Lookin’ Chain an. Sehr, sehr witzige Hip-Hop-Gruppe, aus Wales AFAIK.

    Comment by toidinamai — Setting Orange, 61st Bureaucracy, 3171. @ 38333

  2. Du kannst dir die Fahrkarten bei jedem Straßenbahnfahrer kaufen. (Wenn Du nicht unbedingt mitm Fuffi bezahlst). Einfach anklopfen.

    Comment by Marcel — Setting Orange, 33rd The Aftermath, 3171. @ 6157

  3. Sue C (Gold Chains) has a great new collaborative DVD/CD out w/ AGF
    http://www.minimoviemovement.com/

    Comment by patricia — Boomtime, 52nd Chaos, 3172. @ 85737

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