The Turkey Curse
fukamis terror chatroom

The future is unwritten

Setting Orange, 3rd The Aftermath, 3171.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mit diesem Weblog angefangen und es anfänglich als den letzten Blogversuch bezeichnet. Ich habe hier über viele verschiedene Sachen geschrieben, und das Credo dieses Weblogs war, alles mit einem gewissen Humor zu sehen und sich nicht ins Bockhorn jagen zu lassen, egal was passiert. Eigentlich ist das ein guter Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen und, entgegen meiner sonstigen Angewohnheiten, etwas über mein Verhältnis zum Bloggen zu schreiben.

Ich habe mittlerweile viel über mein unmittelbares Umfeld und mein reales Erleben geschrieben, so viel, dass es Leute gibt, die glauben zu wissen was für ein Mensch ich sei. Die Geschichte, die ich im letzten Eintrag erwähnt habe, ist ein gutes Beispiel dafür: Eine mir wildfremde Person sucht nach mir in einer Suchmaschine, erforscht, was ich für ein Mensch sei und was ich die letzten Monate so gemacht habe. Normalerweise ist mir weitestgehend egal, was die Menschen von mir denken, so eigentlich auch in diesem Fall. Ich bin als Kind genug gehänselt worden um Spott zu ertragen und mich davon nicht irritieren zu lassen. Viel interessanter ist aber, dass er dies in Verbindung mit einer dritten Person tat, an der sein eigentliches Interesse lag. Diese dritte Person ist, zu recht oder zu unrecht, sauer darüber, dass sie, obwohl sie namentlich nie erwähnt wurde, letztendlich hier etwas über sich findet, worüber sie keinerlei Kontrolle ausüben kann.

Und überhaupt: Einige Leute haben mir gesagt, ich sei hier sehr, vielleicht sogar zu, persönlich. Ich habe keinen grösseren Plan mit diesem Weblog im Sinn gehabt, sondern nur die krude Idee, meine Verwirrung über die inneren und äusseren Zustände zu artikulieren und darüber nicht den Spass zu verlieren. Aber jetzt habe ich ihn verloren, zumindest hier. Irgendwie ist etwas in mir zerbrochen und mein Verhältnis zu diesem Weblog ist schwerst gestört. Ich werde hier einfach nicht mehr weiter schreiben können wie bisher.

Grundsätzlich habe ich gemerkt, dass mir Schreiben an sich grossen Spass macht. Nicht, dass ich besonders viel Output oder uberl33t3 Themen am Start habe. Aber meine Erlebnisdichte war schon immer hoch und ich bin ein Mensch, der leicht verzückt ist über Dinge, die manch Anderer viel banaler sieht. Manches davon erscheint mir selbst hinterher wie ein Sturm im Wasserglas, aber ich sehe auch, dass diese Auseinandersetzung und Artikulation wichtig für mich ist für das Verstehen der Welt in der ich lebe - teilweise so wichtig, dass ich Mühe habe mir ins Gedächtnis zu rufen wie das vorher war.

Als ich hier anfing habe ich öfter über Technik geschrieben, teilweise auch in englisch. Mittlerweile ist das hier, wenn ich mir das so angucke, ziemlich zu einem Webtagebuch verkommen. Ich glaube der Hauptgrund liegt u.a. darin, dass ich zu oft in letzter Zeit von Leuten auf dieses Weblog angesprochen wurde, die ich gut kenne aber selten sehe und die meinten, dass sie gut fänden zu lesen was ich so treibe und wie es mir geht, aber sie finden das auch krass und würden das selbst nie machen. Ein echtes Dilemma für mich. Was aber ist mit den vielen anderen Lesern, die dieses Weblog mal in ihre Feedreader gepackt haben oder, per Zufall oder nicht, darauf stossen? Will ich all denen weiter mein Leben und das meines Umfeldes unter die Nase reiben? Muss ich in Zukunft fürchten, dass mein Weblog mir wieder auf die Füsse fällt?

Mittlerweile habe ich mir einige Weblogs irgendwo geklickt, habe auch mal hier mal da über das, was mir in den Sinn kommt, geschrieben und war froh, dass ich mich da austoben konnte ohne gleich wieder als “ich” erkannt zu werden. Ich bekomme dort auch manchmal Feedback, sogar von Leuten, die ich kenne aber nicht wissen, dass ich mich dahinter verberge, was ich ziemlich amüsant finde. Aber es ist was anderes als dieses Weblog, vor allem weil es eben so vollkommen entkoppelt ist, mit allen guten und schlechten Seiten. Ich brauche also einen Ort, an dem ich mich ähnlich zuhause fühle, aber keine so seltsame Bürde darstellt.

Ich werde hier jedenfalls erst einmal aufhören. Ob es in diesem Weblog irgendwann weiter geht weiss ich nicht zu sagen. Ab spätestens Januar will ich wieder einen festen Job haben - und werde den auch bekommen. Ich bin mir klar, dass ich dafür aus Dresden weggehen muss und habe mich mittlerweile nicht nur mit diesem Fakt abgefunden, ich sehe dem mit Spannung entgegen. Das letzte Jahr hat mich um vieles bereichert, aber so wird es nicht weiter gehen, ich will es einfach nicht mehr. Ich habe angefangen, mich endlich mal ernsthaft um Jobs zu bemühen, denn ich habe grosse Lust darauf, wieder für Geld zu arbeiten anstatt an vielen Dingen auf die eine oder andere Weise beteiligt zu sein und dabei immer am Rande des Kollaps zu stehen. Auch wenn das einige nicht verstehen wollen oder können: Ich habe die Zeit einfach gebraucht um Dinge zu probieren und mit einigen Sachen zu scheitern.

Die Bl0rgs haben mir dankenswerter Weise ein Plätzchen zur Verfügung gestellt, an dem ich mich in guter Umgebung weiter auslassen kann und nicht vom Gutdünken eines Bloghosters abhängig bin, die, soweit ich das in den letzten Wochen mitbekommen habe, zum Teil ernste sicherheitsrelevante Probleme mit ihren Systemen haben (dazu werde ich mal was ausführlicheres schreiben wenn ich die Zeit und Lust finde). Da ich ohnehin viele Details meines Lebens grundlegend zu ändern gedenke ist das ein guter Schritt, um diesen Wechsel zu illustrieren.

In dem Sinne: Sinister Dexter has a broken spirometer

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Position und Impuls

Setting Orange, 71st Bureaucracy, 3171.

Merkwürdiges Wochenende: Flauschi und kuschel haben scheinbar erforscht, was es mit den beschworenen XSS-Problemen von Antville auf sich hat (siehe auch Twoday-Hilfeseite dazu), Nürnberg und Köln haben zornige Packungen bekommen, der Wahnsinn hat bei der Wikipedia gesiegt, Dexter hat für zertanzte Manschetten gesorgt und mir wurde klar gemacht, wie lustig die Unschärferelation ist, wenn man diese als banales Erklärungsmuster für’s reale Dasein benutzt.

Wenn ich mal gross bin werde ich nach Brasilien gehen, Manuskripte für rührselige Telenovelas verfassen und damit bestimmt unglaublich reich :-)

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Mindestens haltbar

Sweetmorn, 67th Bureaucracy, 3171.

Die zweite Ausgabe des monatlich erscheinenden Online-Magazins Mindestens haltbar ist erschienen. Das Magazin besteht aus einer interessanten Artikelmischung von Bloggern und Jounalisten, und diese Ausgabe dreht sich um den Begriff _Hybrid_. Ich habe dazu auch einen Artikel begesteuern können, der sich Das transatlantische Bündnis nennt und die für mich spannenden Frage beleuchtet, ob es Menschen gibt, die unter Wasser atmen.

Danke noch einmal an Manuel für seine Anmerkungen im Vorfeld der Veröffentlichung.

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Einladung zum Tanz

Setting Orange, 66th Bureaucracy, 3171.

Nach einigen erhellenden und überaus überraschenden Gesprächen ziehe ich meine persönlichen Konsequenzen. D.h. nicht, dass ich mich abwende, sondern im Gegenteil dass ich zumindest dieses Jahr bis zum Schluss durchziehe. Ich musste feststellen, dass mein Rückzug komplett die Falschen treffen würde, zu dem sind mir bestimmte Themen zu wichtig. Einer der weiteren wichtigen Gründe warum ein Rückzug eine schlechte Idee ist hier als Zitat. Ich kann es auch nicht wirklich besser ausdrücken:

“ich kenne das genaze gemeckert ncoh gut genug von fruer. sehr schade weil die leute die was tun (so wie du eben) dann keinen bock mehr haben. und irgendwann ist es ien grosser verein mit meckernden leuten”

Und genau das gilt es zu verhindern. Meine Lehren habe ich jedenfalls gezogen und zum Frustabbau einen Vortrag eingereicht. Der Tanz kann von mir aus beginnen …

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Und Tschüss

Prickle-Prickle, 65th Bureaucracy, 3171.

Tim hat seinem Unmut Luft gemacht und auch mir platzt der Kragen. Interessant ist in der ganzen Diskussion, dass von den Leuten, die wirklich nix oder relativ wenig zum Kongress beitragen, die mit Abstand unqualifiziertesten Bemerkungen kommen und halbgewalkter Mist gestreut wird.

Es wird sich aufgeregt, dass wir das ganze etwas professioneller angehen, andererseits kommt Kritik wie unprofessionell wir arbeiten. Was denn nun? Gibt es wirklich Leute, die es toll finden, wenn, wie beim 20C3 geschehen, Mails mit Vortragsvorschlägen einfach nach /dev/null gehen und keiner vor dem Kongress weiss, ob sein Vortrag nun angenommen worden ist oder nicht - was sich teilweise in super schlechten und sterbenslangweilen Vorträgen niedergeschlagen hat?

Da werden im IRC haarsträubende Gerüchte geäussert wie “Die Taschen der Teilnehmer werden nach Drogen durchsucht” und anderer kompletter Unsinn. Was bleibt mir mehr als blanke Fassungslosigkeit? Das ist einfach Rufmord, nicht mehr, nicht weniger!

Da regen sich Leute auf, auf dem Kongress würden nur noch n00bs sein, die von nichts was verstehen - andererseits sind genau die Leute, die sowas äussern, nicht in der Lage, Vorträgen über Covert Channels angemessen zu folgen.

Da hetzen uns Leute den Mob auf den Hals, so dass wir kaum noch zu etwas vernüftigem kommen, weil ein Vortrag von ihnen abgelehnt wurde und drohen zu dem mit “Konsequenzen”. Das Argument “bestbesuchter Vortrag” ist erstmal keiner aus meiner Sicht. Zwergenwerfen und Stripshows würden ganz sicher wesentlich mehr Leute anziehen, oder verstehe ich jetzt was falsch?

Da werden Vorwürfe laut, wir würden keine Infos preisgeben. Schon mal mitbekommen, dass wir ein Orga Wiki besitzen, dass so ziemlich alle Details beinhaltet? Oder wir ein System entwickelt haben, mit dem man eine Menge Dinge koordinieren und, viel wichtiger, in der Übersicht behalten kann? Und dass wir 2 Monate vor dem Kongress stehen, wo früher nicht ein Wort über die Veranstaltung verloren wurde? Und überhaupt: Welche Informationen fehlen euch denn *konkret*?

Ich habe ja eine Theorie dazu (zumindest clubwise gesprochen): Die Kritikpunkte kommen vor allem aus den Ecken, wo die Personen entweder aus nicht-funktionierenden Erfas kommen oder die Leute bzw. Gruppen von den Erfas vollkommen isoliert sind, also nicht mal geherzt und gekuschelt werden und dieses Manko auf dem Kongress auf Kosten von Inhalten zu kompensieren gedenken. Die Leute aus den gut funktionierenden und aktiven Erfas wie z.B. Berlin, Köln oder Dresden sind voller Tatkraft dabei und engagieren sich teilweise bis an den Rand der Erschöpfung, werden von den Diven des Clubs und den IRC-Opfern zum Dank auch noch beschimpft und gar nicht nett tituliert. D.h. für mich ganz schlicht: Get a life. Vielleicht kommt ihr ja mal wieder klar und habt dann auch mal was konstruktives zum Kongress im Speziellen und zur Clubarbeit im Allgemeinen beizutragen.

Noch einmal ganz deutlich: Uns brennt der Arsch und wir haben einen Haufen *Inhalte*, die es zu befördern gilt. Um mal eine *ganz kleine* Auswahl an Themen zu geben, die wir auf dem Kongress zu diskutieren gedachten: Cybercrime Convention, Data Rentention, ePass/BioP2, Gesundheitskarte, ungezügelte Einführung von RFID, Ausweitung von Video- und anderer Überwachung, TRIPs, Softwarepatente durch die Hintertür, Verteidigung gegen kommerzielle oder staatliche Einbrecher in Netzwerke, neuartige Angriffe auf Routing und Protokolle im Allgemeinen und Speziellen, IDS/Honeypot-Techniken, Fuzzing und Advanced Exploitation, VoIP-Regulierung und VoIPhreaking, DIY Hardware, Konsolen Hacking usw. usf. - und was fällt euch dazu ein: “Wir dürfen nicht Rauchen”, “Die wollen uns das Kiffen verbieten”, “Früher war alles viel besser”, “Zu teuer”, “Meldungen aus der Reichskanzlei”, “Gegenkongress”!

Ich kann dazu nur sagen: Leckt mich doch am Arsch und macht eure Scheisse alleine! Ich habe keine Lust mehr, mir über Monate 24/7 den Arsch aufzureissen, das Ganze unentgeltlich und mir dann Kommerzialisierung von euch Larven vorwerfen zu lassen. Ich erwarte keinen Dank, aber derbe persönliche Beleidigungen hinzunehmen bin ich auch nicht mehr bereit. Mir reicht’s, Danke.

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22C3 Content Meeting I

Pungenday, 64th Bureaucracy, 3171.

Da vor dem offziellen Abschluss des Content Meetings zum 22C3 mehrere Leute sich öffentlich zu noch gar nicht offziellen Entscheidungen geäussert haben, mal meine ganz persönlichen 2 Cent:

* Der Vortrag, um den es geht, wurde erst einmal abgelehnt, weil sich niemand der _Anwesenden_ (die übrigens zu dem Zeitpunkt der Diskusssion aus wesentlich mehr Leuten bestand als die ganze andere Zeit) gefunden hat, der meinte, man müsse das unbedingt haben. Wir haben bei keinem Vortrag so lange diskutiert wie bei dem, am (vorläufigen) Ende dieser Diskussion stand das Votum. Irgendwer, der Zugriff auf unser Reviewsystem hat hat es Fefe wohl gesagt bevor es ein _offizielles_ Statement gab, und von einer offziellen Begründung kann man in keinem Fall reden. Die war übrigens im Kern anders, aber das spielt ja eh keine Rolle hier im Dschungel. Wenn jetzt jeder Vortragende damit anfängt, der abgelehnt wurde, wird das sicher noch spassig in den nächsten Tagen und Wochen …
* Wir haben noch andere Entscheidungen zu Vorträgen gefällt, die nicht auf ungeteilte Zustimmung fallen werden. Aber das wird man wohl niemals verhindern können und das ist auch gut so.
* Mit Pentabarf gibt es ein System, mit dem wir so gut wie es geht (und vor allem zum mittlerweile zweiten Mal) so viele Leute wie möglich an der Auswahl der Vorträge beteiligen. Die Aufrufe für das Meeting gibt es schon eine ganze Weile, die Aussagen zu den Ratings auch. Leider ist die Beteiligung eher *sehr* spärlich wie ich finde (was nach Postings allerdings schlagwartig anders wurde und ich ausserordentlich positiv werte). Meckern über ein schlechtes Programm ist wesenntlich einfacher als sich konstruktiv zu beteiligen, weil es verdammt zeitintensiv ist, sich mit den ganzen Einreichungen und Vortragenden auseinander zu setzen und eine stichhaltige Aussage dazu zu machen.
* Wir haben über 200 Vorträge reviewt und sind nicht in allen Fällen zu einem eindeutigen Abschluss gekommen. Wir haben allerdings eine grosse Anzahl von Vorträgen akzeptiert, die unserer Meinung einerseits ein breites Feld interessanter und wichtiger Themen behandelt, andererseits auch einige Schwerpunkte gesetzt, die sich aber auch in den Einreichungen widerspielgelten. Zudem haben wir eigentlich zu allen CCC-Themen sehr gute Vorschläge bekommen und dazu auch Vorträge, die es so noch nirgendwo gab. Lasst euch überraschen.
* Ich bin total platt als “Jubelperser”(sic!) bezeichnet worden zu sein. Ich bin immer noch ganz fassungslos.
* Mir ist einfach nicht klar, was z.B. Qbi, Enno oder andere meinen, wenn sie von der “Kommerzialisierung des Kongresses” reden. Der Kongress ist in der Tat professionalisiert und vor allem finden sehr offene Diskussionen und konstruktiver Streit um Themen und Vorgehen auf der Veranstaltung im Oktober(!) statt. Dazu ist die Beteiligung an der Vorbereitung so transparent wie noch nie bei einem Kongress. Jeder Scheiss ist dokumentiert, jeder Punkt teilweise bis zum Erbrechen rum und num gewälzt. Das hat aber mit _Beteiligung_ zu tun, wozu sich wohl viele aus purer Bequemlichkeit nicht durchringen mögen.

Schlagt mich dafür, gebt mir krasse Hostnamen, aber ich stehe zu den allermeisten der dort gefassten Ablehnungen und Zustimmungen, und wenn wir uns “falsch” entschieden haben, so ist das traurig, aber auch nichts, was man nicht _2 Monate_ vor dem Kongress prinzipiell diskutieren und korrigieren kann wenn nötig. Dieses Rumgepaule nervt jedenfalls gewaltig, vor allem wenn die Leute, die sich da beschweren, überhaupt nicht mitbekommen, was eigentlich grade aktuell passiert, sondern sich lieber auf halbgare Aussagen stürzen.

Ich bin jedenfalls mit der ersten Runde im Kern sehr zufrieden und denke, wir haben eine gute Vorauswahl getroffen und so erstmal einen guten Rahmen geschaffen, sehe aber einiges, was wir im nächsten Jahr beim Review anders machen sollten. Alles weitere die nächsten Tage, ich bin jetzt jedenfalls erstmal fertig.

Frank hat was zum Jahresrückblick, Maha zu dem Meeting gebloggt.

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Der CCC und Harz IV

Boomtime, 63rd Bureaucracy, 3171.

Nicht, dass der Club nicht auch mal ab und an was verpeilt. Chaos Computer Club als Überschrift für einen Artikel, der sich um Probleme von T-Sytems mit der Entwicklung der HarzIV-Software dreht, geht dann allerdings doch etwas weit und grenzt ja praktisch an Rufmord.

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Und es blinkt doch

Setting Orange, 61st Bureaucracy, 3171.

Ab Montag wird das Haus des Lehrers für 2 Wochen beblinkt. Das Ganze wird im monochromen Classic-Mode laufen - inklusive Pong. Die Telefonnummer ist wie gehabt 0190 98 76 54. Ab Freitag abend bin ich sowieso in Berlin, weil wir dieses Wochenende das Content-Meeting für den 22C3 machen, bei dem wir den grössten Teil des Vortragsprogramms festklopfen werden. Ich freu mich schon darauf.

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Goldketten, Zusatz und der ganze Rest

Prickle-Prickle, 60th Bureaucracy, 3171.

Die letzten Tage war ich nach relativ langer Zeit wieder mal in Leipzig. Als ich ankam ging erst Mal alles schief und ich muss zugeben, dass ich durch das rumgeliege und beinhochgehalte den lieben langen Tag doch ziemlich pussyhaft drauf war. Glücklicherweise bin ich, als ich bei Marcel abgehangen habe, einer Eingebung gefolgt und doch noch in die Distillery mitgegangen. Dort spielten Gold Chains und Sue Cie und danach Mike Grant, was mir beides extrem gut gefallen hat. Gold Chains ist sowas wie Elektro mit Rap (wobei nicht 0815-Standardkram gemeint ist), Mike Grant ist zorniger Detroit-Techno vom Allerfeinsten. Gar nicht gefallen hat mir hingegen das Set der anderen DJs. Ich musste mir von Spunky erklären lassen, dass dies im Moment wohl die Art von Musik ist, die sich gut verkauft und wo auf den Parties wohl auch was los ist. Ich habe keine Ahnung wie man das nennt, Progressive House oder so, aber es ist wirklich scheussliche Musik ohne Sex und Seele. Ich, besoffen wie ich war, konnte natürlich nicht anders und habe bei Mike Grant meine Krücken mit den Worten “Ich kann wieder gehen” beiseite geworfen und angefangen zu tanzen. Irgendwie verlor sich der weitere Abend dann im Nebel meines Alkoholrausches …

Am nächsten Tag hatte ich ein wunderschönes Treffen im Hotel Seeblick und bin dann, viel zu früh eigentlich, wieder in die Distille gefahren. An diesem Abend war neben Bronce Teddy und Magnetic als DJs eine meiner absoluten Favoriten live am Start: Aux 88. Deren Gig in L.E. war neben London der einzige, den sie in Europa diesmal absolviert haben. Für mich allerdings die Überraschung des Abends waren Pal Secam Kidz, bestückt mit Live auf ihren Kraftbüchern, lustige Behringer Midi-Controller benutzten und echt das Haus rockten. Sogar Keith und TomTom waren offensichtlich ernsthaft erfreut über deren Sound. Das Liveset von Aux war dann wirklich der Knaller: Die Beiden nach einem langen Intro rauf auf die Bühne, mit seltsamen LEDs an der Brust und sofort stand das Publikum Kopf. Das hatte nichts mehr mit Party zu tun, das war wie ein Punkkonzert. Die Leute tanzten schrien die ganze Zeit “A-U-X” oder “Bass”. Absoluter Wahnsinn. Aux hat mal locker 2 Stunden gespielt, und was ich interessant fand war die Tatsache, dass sie sich mit Sachen wie Cubase unter Windows gequält haben (Keith meinte später, der Grund für dieses seltsame Setup war schlicht, dass sie den alten, originalen Sound haben wollten und keine Lust hatten, sich Arbeit zu machen und das ganze auf eine andere Plattform zu hieven). Sie spielten natürlich ihre Hits, aber auch einiges an neuen Sachen, die recht vielversprechend klangen. Nach dem Gig sass ich eine Weile mit Keith und TomTom im Backstage und hatte grössere und kleinere neue Einsichten in die Geschichte des Detroit Sounds im Allgemeinen und UR im Speziellen. Ich war aber auch an diesem Abend zach, so dass ich irgendwann nur noch gelallt habe und zu keiner sinnvollen Kommunikation mehr fähig. Gegen 10 Uhr früh war ich dann wieder bei Marcel daheim.

Den Feiertag habe ich praktisch nur horizontal verbracht und war echt zu nicht viel mehr in der Lage als ein bisschen zu schreiben, viel zu schwatzen und bin auch ganz schnell wieder eingeschlafen. Dienstag war ich kurz bei einer Vorstellung im Rahmen des Dokfilmfestes Leipzig, wo ich die Premiere eines Teiles einer 3-teiligen Doku gesehen habe, die sich mit Mätressen und deren Macht auseinander setzt. Das Ganze war zwar nicht 100%ig mein Fall, aber gut gemacht war es und enthielt auch nette Details (z.B. dass die Haremsdamen sich die Brustwarzen mit Haschischöl beschmierten). Lustig war irgendwie, dass der Regisseur Jan Peter in einem Nebensatz erwähnte, dass sie für die Produktion 2 Millionen rausgehauen haben. Muss ‘ne alte Frau lange für Stricken …

Eine Sache muss ich noch loswerden, die mich in L.E. total auf die Palme bringt. Ich habe mir Schwarzfahren im Grossen und Ganzen komplett abgewöhnt, was ja jetzt erstmal nichts besonderes ist. Aber in Leipzigs Strassenbahnen kann man nur mir Geldkarte bezahlen, und an mindestens zwei Haltestellen gibt keine Automaten, die mit Bargeld funktionieren, nämlich genau die beiden, zwischen denen ich öfter hin in her gependelt bin. Was tut man also: Richtig, aus der Bahn humpeln, aussteigen, ein Ticket ziehen und auf die nächste Bahn warten. Im Prinzip auch machbar, aber nicht im Zeitstress. Tja, und genau das eine Mal, wo ich wegen meiner Mfg wirklich keine Zeit hatte bin ich prompt kontrolliert worden.

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"The great tragedy of Science - the slaying of a beautiful hypothesis by an ugly fact." - Thomas H. Huxley

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