The Turkey Curse
fukamis terror chatroom

Der schnöde Mammon

Sweetmorn, 32nd Bureaucracy, 3171.

Mir ist wieder mal klar, dass ich unter einer vollkommenen Selbstüberschätzung leide und mir das mittlerweile eine Menge Probleme macht. Auch wenn ich einige der kleineren und grösseren Katastrophen nun doch nicht mehr abwenden kann, muss ich grundlegende Dinge in meinem Leben ändern, und zwar direkt. Das bedingt, dass ich mich aus weiteren Projekten zurückziehen muss, so leid es mir tut.

Also: Ich brauche dringenst einen Job. Mir ist so ziemlich egal was für einen, mir ist fast egal wo (am Liebsten aber natürlich in Dresden oder Leipzig).

Wer irgendwas weiss möge bitte mit mir in Kontakt treten. Danke im Voraus.

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Aux 88

Setting Orange, 31st Bureaucracy, 3171.

Aus gegebenen Anlass hier mal ein Text, den ich eigentlich nicht für mein Weblog geschrieben habe, der aber für die Veröffentlichung aus Platzgründen sehr stark verändert wurde. Aux 88 ist für mich selbst eine der wichtigsten Ausprägungen von Techno Bass Sound, den ich als einen der Meilensteine meiner persönlichen Entwicklung in Bezug auf diese Musikform betrachte und zu dem bis auf 2 oder 3 Platten auch eigentlich alle Veröffentlichungen auf Vinyl besitze. Deswegen dieser Artikel noch einmal in etwas erweiterter Form.

Der gegebene Anlass ist übrigens ein Liveauftritt von Aux 88 in der Leipziger Destille am 2. Oktober, bei dem Tommy Hamilton und Keith Tucker, auf den ich mich sehr freue, anwesend sein werden. Zu dem wird Bronco Teddy auflegen und auf das Wiedersehen mit Zapotek, der im Keller Drum and Bass auflegen wird, freue ich mich auch schon. Ich habe bisher weder Aux 88 noch einen der beiden live erlebt und bin sehr gespannt darauf, wie der Gig sein wird.

Aux 88 - Electro is my life

Tom Tom

Was passiert, wenn man einen ausgebildeten Tänzer nimmt, der zu dem schon mit 5 Jahren mit Trommeln anfing und einen tanzenden Wirbelwind seine Schwester nannte, und ihn für eine Weile in ein Studio sperrt? Dabei kommt vielleicht, mit etwas Glück, so etwas wie Aux 88 heraus.

Tommy “Tom Tom” Hamilton verdiente sich in den frühen 80igern bei verschiedenen Tanzgruppen wie den Cosmic Swingers, den Motor City Poppers oder den Devo Dancers die ersten Sporen, verspürte aber den Drang nach mehr. 1985 startete er mit William “BJ” Smith, ebenfalls Tänzer, die Gruppe Regime, eine Band, die Cybotron- und Model 500-Tracks live nachspielte. Nicht, dass sie diese Art der Darbietung zu dem Zeitpunkt schon als neuen Weg der elektronischen Musik begriffen - sie wussten es einfach nicht besser, zumal sie zu dem Zeitpunkt auch noch nichts von MIDI oder Sequencing gehört hatten. Nach der Auflösung von Regime hielt Tom weiter am Konzept der Live Electronic Dance Music fest und gründete mit Keith Tucker, den er bei Africa Bambaataas Hip Hop Nation kennenlernte und damals als DJ K-1 schon zu einigem Ruhm gekommen war, die Band RX7, in der die beiden nicht nur Cover zum Besten gaben sondern zunehmend dazu übergingen, ihre eigenen Kompositonen zu spielen.

Nach etwa 2 Jahren trennten sich ihre Wege erst einmal wieder. Tom lernte in der Folgezeit endlich Keyboard und experimentierte mit vielen anderen Stylen wie R&B und Jazz, besann sich aber auch wieder auf seine Wurzeln, nämlich Percussion. 1992 dann gab es eine Wiedervereinigung der beiden die sich Sight Beyond Sight nannte. SBS wurde verstärkt von A. Horton (Anm.: Ich bin mir immer noch unsicher, ob nun A für Anthony oder Alma Horton steht) und der Sängerin Andrea Gilmore, und nach kurzer Zeit und dem neuen Sound kam die Band bei dem Detroiter Label 430 West unter Vertrag, wo sie sofort sehr erfolgreich waren. 1993 entschieden sich Tom Tom und Tucker dazu, sich stärker auf Techno Bass zu konzentrieren und formten Aux 88. Das erste Release der beiden gilt seit dem als einer *der* Detroit Klassiker: “My A.U.X. Mind”. Danach ging es erst richtig los: Aux 88 spielte auf dem legendären 10. Geburtstag von Juan Atkins’ Label Metroplex (dem Label, auf dem die erste Platte erschien) als Backing von Model 500 , releasten den sehr erfolgreichen Longplayer “Man or Machine” und tourten ausgiebig in den USA und Europa. Tucker ging später eigene Wege, weil er lieber experimentelleren Sound machen wollte und BJ stiess wieder dazu. Der damals noch junge Di’jital unterstützte die beiden und mixte zu deren Liveshows, was den Sound noch einmal weiter entwickelte und entgültig die ultimative Techno/Bass/Dance-Fusion formte.
Die letzte Veröffentlichung von Aux 88 auf Direct Beat mit dem Titel Xeogenetic, was soviel bedeutet wie “von anderen Gattungen abgeleitet”, ist denn auch eine akkurate Beschreibung für das wofür Aux 88 seit dem Beginn steht. Hip Hop, Techno, Miami Bass, Trip Hop und Space Funk - das alles sind die unterschiedlichen Elemente, die diesen Sound und das Live-Erlebnis ausmachen. Oder wie Tom Tom lachend aus seiner Operationsbasis in Detroit sagt: “Aux isn’t looking to fit any one description. Aux is looking to make people dance by any means necessary. And while Aux has a definite sound, easy to identify, Aux is *never* the same group twice!”

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Home sweet home

Pungenday, 29th Bureaucracy, 3171.

Nachdem ich Donnerstag etwas geschlaucht in Dresden aufgeschlagen bin, begann am Freitag eine praktisch 4 Tage dauernde Veranstaltung, zu der Martin Röll eingeladen hatte. Die Idee war weniger ein Bloggertreffen in dem Sinne als wohl vielmehr die Frage, wer denn überhaupt so einer Einladung nachgehen würden und was entstehen würde. Es waren letztendlich etwa 25 sehr unterschiedliche Leute der Einladung gefolgt, und ich muss sagen, es war wesentlich interessanter als ich erwartet hätte. Ich war davor etwas unsicher, wie ich nach den Wochen in Köln auf einen so vollkommen anderen Mindset reagieren würde. Ich will im Moment gar nicht auf Details eingehen, man möge mir das bitte verzeihen. Nur soviel: Dank an Martin, das Ganze war eine wirklich gelungene Veranstaltung und Dank an die anderen Teilnehmer für die interessanten Diskussionen und Anregungen sowie den Spass und die Ernsthaftigkeit, die dabei waren.

Ich bin jedenfalls froh wieder richtig daheim zu sein und werde die nächsten Tage all die Dinge klären, die die letzten Wochen liegen bleiben mussten. Grade geniesse ich es sehr, in meinem Wohnzimmer mit den Dudes abzuhängen, mir Brainfuck mit Vera F. Birkenbihl zu geben und mir die lokalen Updates zu holen.

Das persönlich Wichtigste ist vielleicht die Nachricht, dass die Fabrik auf unserem Hof auf mit Öl verseuchtem Boden zu stehen scheint und deswegen ein Kauf unsererseits praktisch auszuschliessen ist. Wenn das Haus wirklich zwangsversteigert wird und sich ein Bieter findet, müssen wir sicher früher oder später hier raus. Ich kann leider so gar nicht einschätzen, wie akut das nun wirklich ist, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass wir noch eine Weile Zeit haben.

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ECHTE Hacker auf einem ECHTEN Hackerkongress

Setting Orange, 26th Bureaucracy, 3171.

Enno hat in den letzten Tage diverse Male den XC3 zum Thema gemacht (hier und hier) und heute eine Mail von Steffen zum Besten gegeben, in der es um den Entwurf eines Gegenkongresses geht. Ich kann mich eines Kommentares dazu einfach nicht enthalten.

Zum Geleit: Ich persönlich kenne den Kongress erst, seit dem dieser in Berlin stattfindet und kann deswegen nichts über die Kongresse in Hamburg sagen. Damals im HAKP war die Atmosphäre sehr besonders, ziemlich Osten, aus meiner Sicht an vielen Punkten verpeilt, aber trotzdem natürlich sehr symphatisch. Zum 20C3 musste dann leider die Location gewechselt werden, weil der Ort praktisch nicht mehr bespielbar war, und die Wahl fiel auf das BCC am Alexanderplatz, hinter dem Haus des Lehrers, wo 2001 das legendäre Blinkenlights stattfand. Die Wahl fiel wohl auch vor allem deswegen auf das BCC, weil die Betreiber genau die selben Leute sind, die auch damals das HAKP betrieben haben (aber das nur am Rande). Der 20C3, der im selben Jahr stattfand wie das 2. Camp, war zu chaotisch und etwas lieblos, was bis dahin ging, dass in der Vorbereitung die Mails mit Vortragsvorschägen nach /dev/null gingen, und das überhaupt ein Vortragsprogramm stattfand war wohl der clubinhärenten Fähigkeit zur perfekten Disorganisation geschuldet. Letztendlich lief bei diesem Kongress eine ganze Menge mehr als schief, so dass das Ganze für die Macher und alle anderen Beteiligten nicht wirklich befriedigend war.

Der 21C3 wurde entsprechend früh vorbereitet, um die Fehler des Vorjahres zu lokalisieren und zu umschiffen. Dazu wurden eine Menge Tools an den Start gebracht und sogar eine eigene Software für die Planung, Pentabarf, entwickelt, die eine fricklige Filemaker-Lösung ersetzte. Durch die Fähigkeit langfristigerer Planung gab es mit einem Mal die Chance, internationale Gäste einzuladen, die ja durch Buchung für Anreise usw. eine bessere Organisation benötigen und überhaupt die Möglichkeit, das Spektrum an Vorträgen zu erweitern. Wer die Vorbereitungen dieses Kongresses mitbekommen hat wird sich vielleicht daran erinnern, wie schwer sich die Programmplanung damals die ganze Geschichte gemacht hat. Jedenfalls kam am Ende ein Kongress raus, den es so bisher nicht gab, weil dort eine grosse thematische Bandbreite mit parallelen Vorträgen am Start war, so dass es manchmal sehr schwer oder sogar unmöglich war, sich für einen davon ohne eine gewisse Wehmut zu entscheiden. Es gab sogar das erste Mal etwas, das es vorher wohl noch nie auf einem Kongress gab: Proceedings, und fast alle Vorträge wurden auf Video aufgezeichnet. Aber wie es eben so ist (ohne auch darauf weiter eingehen zu wollen): It’s the detail that hurts most.

Jedenfalls ist etwas entstanden, was ich persönlich sehr interessant zu beobachten finde: Die kleineren Veranstaltungen innerhalb des CCC wie z.B. die GPN, die Easterhegg oder dieses Wochenende die Meta-Rhein-Main-Chaos-Days haben noch stärker die Aufgabe übernommen, die Lücke zu füllen, die durch die Internationalisierung des C3 entstanden ist: Dieses seltsam schöne Kuschel- und Gemeinschaftsgefühl zu zelebrieren.

Und überhaupt finde ich persönlich, dass mit der neuen Ausrichtung des Kongresses endlich etwas entstanden ist, dass meiner Meinung nach nicht weit genug gehen kann: Die Möglichkeit, die ganzen übergreifenden Themen und Randbereiche in einer zunehmend von Computern und automatierten Datenverarbeitung geprägten Welt auf breiter Ebene zu diskutieren und Zusammenhänge herzustellen, die so eigentlich nie auf mir bekannten Veranstaltungen hergestellt werden. Ich persönlich sehe nicht, dass das eine ohne das andere Sinn macht.

Und zu den ECHTEN Hackern werde ich in dem Kontext nicht wirklich ein Wort verlieren, sondern verweise einfach mal ganz Keck auf das Programm des letzten Kongresses, was natürlich nur eine gewisse Oberfläche (nämlich nur das öffentlich gesprochene Wort) beleuchtet, aber meiner Meinung nach trotzdem sehr anschaulich machen sollte, was ich in etwa von der vollkommen dämlichen Ansage halte.

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Pirateria baupolizeilich gesperrt

Prickle-Prickle, 25th Bureaucracy, 3171.

Pünktlich nach der letzten Veranstaltung hat die Bauaufsicht der Stadt Köln das Gelände der Pirateria gesperrt und versiegelt. Grund war wohl die Anzeige eines Nachbarn, ausserdem ist bei der letzten Veranstaltung eine Frau betrunken in das Schüttwerk gefallen und hat sich dabei glücklicher Weise nur relativ leicht verletzt (soweit ich weiss hat sie sich eine Rippe gebrochen). Nun, da alles vorbei ist, sind die Beteiligten dabei, die Dokumentation zu erarbeiten, wozu u.a. ein passwortgeschützes Wiki dient. Wer glaubt noch etwas beizutragen zu wollen und können, also z.B. Bilder oder Geschichten, möge sich bitte bei mir melden. Auf Flickr findet sich meiner Meinung nach bisher die beste Auswahl von Bildern.

Eine wichtige Sache noch: Leo, ein überaus freundlicher und hilfsbereiter Kasache, der dort bisher seine Werkstatt hatte, muss diese leider in den nächsten 4 Wochen räumen. Wer eine Idee für einen günstigen Raum in Köln kennt, der als geräumige Werkstatt dienen kann, melde ich bitte ganz dringend bei mir. Es betrübt mich sehr, dass ausgerechnet Leo der Leidtragende der ganzen Geschichte ist.

Ich werde mich gleich wieder in meine geliebte Heimat aufmachen und mich noch einmal ganz herzlich beim C4 für die freundliche logistische und mentale Unterstützung bedanken. Ohne euch hätte so einiges nicht geklappt.

In den nächsten Tagen werde ich einen längeren Artikel über die Pirateria und das was es für mich im Kern bedeutet hier in meinem Blog veröffentlichen. Stay tuned.

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