The Turkey Curse
fukamis terror chatroom

Aux 88

Setting Orange, 31st Bureaucracy, 3171.

Aus gegebenen Anlass hier mal ein Text, den ich eigentlich nicht für mein Weblog geschrieben habe, der aber für die Veröffentlichung aus Platzgründen sehr stark verändert wurde. Aux 88 ist für mich selbst eine der wichtigsten Ausprägungen von Techno Bass Sound, den ich als einen der Meilensteine meiner persönlichen Entwicklung in Bezug auf diese Musikform betrachte und zu dem bis auf 2 oder 3 Platten auch eigentlich alle Veröffentlichungen auf Vinyl besitze. Deswegen dieser Artikel noch einmal in etwas erweiterter Form.

Der gegebene Anlass ist übrigens ein Liveauftritt von Aux 88 in der Leipziger Destille am 2. Oktober, bei dem Tommy Hamilton und Keith Tucker, auf den ich mich sehr freue, anwesend sein werden. Zu dem wird Bronco Teddy auflegen und auf das Wiedersehen mit Zapotek, der im Keller Drum and Bass auflegen wird, freue ich mich auch schon. Ich habe bisher weder Aux 88 noch einen der beiden live erlebt und bin sehr gespannt darauf, wie der Gig sein wird.

Aux 88 - Electro is my life

Tom Tom

Was passiert, wenn man einen ausgebildeten Tänzer nimmt, der zu dem schon mit 5 Jahren mit Trommeln anfing und einen tanzenden Wirbelwind seine Schwester nannte, und ihn für eine Weile in ein Studio sperrt? Dabei kommt vielleicht, mit etwas Glück, so etwas wie Aux 88 heraus.

Tommy “Tom Tom” Hamilton verdiente sich in den frühen 80igern bei verschiedenen Tanzgruppen wie den Cosmic Swingers, den Motor City Poppers oder den Devo Dancers die ersten Sporen, verspürte aber den Drang nach mehr. 1985 startete er mit William “BJ” Smith, ebenfalls Tänzer, die Gruppe Regime, eine Band, die Cybotron- und Model 500-Tracks live nachspielte. Nicht, dass sie diese Art der Darbietung zu dem Zeitpunkt schon als neuen Weg der elektronischen Musik begriffen - sie wussten es einfach nicht besser, zumal sie zu dem Zeitpunkt auch noch nichts von MIDI oder Sequencing gehört hatten. Nach der Auflösung von Regime hielt Tom weiter am Konzept der Live Electronic Dance Music fest und gründete mit Keith Tucker, den er bei Africa Bambaataas Hip Hop Nation kennenlernte und damals als DJ K-1 schon zu einigem Ruhm gekommen war, die Band RX7, in der die beiden nicht nur Cover zum Besten gaben sondern zunehmend dazu übergingen, ihre eigenen Kompositonen zu spielen.

Nach etwa 2 Jahren trennten sich ihre Wege erst einmal wieder. Tom lernte in der Folgezeit endlich Keyboard und experimentierte mit vielen anderen Stylen wie R&B und Jazz, besann sich aber auch wieder auf seine Wurzeln, nämlich Percussion. 1992 dann gab es eine Wiedervereinigung der beiden die sich Sight Beyond Sight nannte. SBS wurde verstärkt von A. Horton (Anm.: Ich bin mir immer noch unsicher, ob nun A für Anthony oder Alma Horton steht) und der Sängerin Andrea Gilmore, und nach kurzer Zeit und dem neuen Sound kam die Band bei dem Detroiter Label 430 West unter Vertrag, wo sie sofort sehr erfolgreich waren. 1993 entschieden sich Tom Tom und Tucker dazu, sich stärker auf Techno Bass zu konzentrieren und formten Aux 88. Das erste Release der beiden gilt seit dem als einer *der* Detroit Klassiker: “My A.U.X. Mind”. Danach ging es erst richtig los: Aux 88 spielte auf dem legendären 10. Geburtstag von Juan Atkins’ Label Metroplex (dem Label, auf dem die erste Platte erschien) als Backing von Model 500 , releasten den sehr erfolgreichen Longplayer “Man or Machine” und tourten ausgiebig in den USA und Europa. Tucker ging später eigene Wege, weil er lieber experimentelleren Sound machen wollte und BJ stiess wieder dazu. Der damals noch junge Di’jital unterstützte die beiden und mixte zu deren Liveshows, was den Sound noch einmal weiter entwickelte und entgültig die ultimative Techno/Bass/Dance-Fusion formte.
Die letzte Veröffentlichung von Aux 88 auf Direct Beat mit dem Titel Xeogenetic, was soviel bedeutet wie “von anderen Gattungen abgeleitet”, ist denn auch eine akkurate Beschreibung für das wofür Aux 88 seit dem Beginn steht. Hip Hop, Techno, Miami Bass, Trip Hop und Space Funk - das alles sind die unterschiedlichen Elemente, die diesen Sound und das Live-Erlebnis ausmachen. Oder wie Tom Tom lachend aus seiner Operationsbasis in Detroit sagt: “Aux isn’t looking to fit any one description. Aux is looking to make people dance by any means necessary. And while Aux has a definite sound, easy to identify, Aux is *never* the same group twice!”

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