The Turkey Curse
fukamis terror chatroom

Am Besten nichts Neues

Pungenday, 67th Confusion, 3171.

Nach wunderschönen Tagen mit Polterabend und anderen wirren Konzepten in Joketa im Vogtland habe ich statt in Holland auf dem Acker zu verbringen oder in Berlin bei der Verleihung des Stickerawards zu feiern meine Zeit lieber in Leipzig verbracht. Der Anlass war im Kern eigentlich eher traurig, dennoch waren auch diese Tage wieder wunderschön und haben dafür gesorgt, dass ich mir über mein weiteres Vorgehen meine eigenen Sachen betreffend noch einmal sehr sicher geworden bin. Es ist wichtig, sich manchmal von Dingen zu verabschieden, die einen belasten und aufhalten, auch wenn sie oberflächlich betrachtet interessant erscheinen mögen. Mir liegt nichts an Ruhm oder einem grossen Bekanntheitsgrad, daran hat sich über die Jahre nichts geändert, im Gegenteil: Umso älter ich werde um so mehr ist mir bewusst, was für eine grausame Selbstverarschung nur schon der Wunsch danach ist. Unsichtbarkeit ist grösstmögliche Freiheit, und die Möglichkeiten Dinge so zu tun, dass Nichteingeweite nicht auf den Urheber schliessen können bieten genau den Raum der nötig ist, um ernsthaft Dinge anzugehen, die sonst vielleicht Gefahr für das Seelenheil bedeuten könnten. Mir ist in einem Gespräch zum Frühstück wieder einmal bewusst geworden, dass die Leute, die in dem öffentlichen Bewusstsein als wichtig oder einflussreich gelten i.d.R. schlicht egomanische Arschlöcher oder Soziopathen sind (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel). Da mir aber meine geistige Hygiene zu wichtig ist und mir Inhalte mehr bedeuten als Schein ist weiterhin kräftig ausmisten angesagt. Für meine neueren Projekte habe ich mir wieder wirklich nette Aliase überlegt und hoffe, dass es nicht wieder so schnell geht bis die Leute darauf kommen, dass ich etwas damit zu tun habe.

Diese Woche werde ich nach Köln fahren, um sowas wie Aufbauhilfe West zu leisten. Um was es genau geht kann ich gar nicht sagen, aber das Projekt nennt sich “Pirateria” und handelt sich um einen Raum in Köln Ehrenfeld, der von ein paar Leuten bis Ende des Monats bespielt werden soll. Ich hoffe, dass ich die Zeit finde im C4 vorbeizuschauen, da es nach unbestätigten Gerüchten wohl gleich um die Ecke ist und ich Lust habe, mal wieder ein paar der Kölner Chaoten zu sehen.

Danach geht es hier bei uns im Haus um die Wurst. Ich kann noch nicht konkreter werden, aber es wird auf jeden Fall einige wichtige Entscheidungen geben müssen, sonst wird das hier das Ende sein. Der Hecht wird durch den Bau der Brücke über die Elbe und den damit hinfälligen Arbeiten auf der Kö zu einem richtig attraktivem Wohngebiet mit allen bekannten Problemen, die es auch schon in der Neustadt oder anderen Stadtteilen gibt, die als alternativ gelten, weil sich dort über die Jahre soziale Gebilde entwickelt haben, die nur in so einem Umfeld entstehen können. Meine Leipzigpläne gedeihen ausgesprochen gut, auch wenn die konkreten Ergebnisse und Verbindlichkeiten noch etwas auf sich warten lassen. Ansonsten habe ich einige bemerkenswerte Einladungen bekommen, z.B. für eine Medienveranstaltung in Halle, und eine Interviewanfrage, die, wenn sie kein Witz ist, eigentlich nur ein totales Missverständnis oder völlige Verpeilung sein kann.

Ich hätte persönlich nicht gedacht, dass ich so wenig Zeit brauche, um mich mental wieder hinzubekommen und wieder Energie und Tatendrang zu haben, auch wenn die nächsten beiden Monate sicher noch einige heftige Schlagschatten werfen werden.

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1 Comment »

  1. am besten nichts neues…i like it…

    Comment by face — Sweetmorn, 12nd Bureaucracy, 3171. @ 49391

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